Kinder helfen Tieren mit Futter

Früh übt sich, wer ein echter Vogelkenner werden will: Deshalb holt sich der Landschaftspflegeverband Westerzgebirge schon den Nachwuchs ins Boot.

Lindenau/Langenweißbach.

In der kalten Jahreszeit brauchen gefiederte Gesellen in der freien Natur Futterhilfe. "Es ist wichtig, die Vögel bei der Nahrungssuche zu unterstützen", sagt Luise Eichhorn, Geschäftsführerin des Landschaftspflegeverbands (LPV) Westerzgebirge mit Sitz in Lindenau. "Viele heimische Arten sind bedroht und kommen allein nur schwer durch den Winter."

Deshalb hat der LPV im Dezember mit dem Naturschutzbund die Aktion "Futterhäuschen" gestartet, die bereits Kindern den Natur- und Vogelschutz ans Herz legen soll. Dabei konnten Schulen und Kitas in der Region mehrere Häuschen bestellen - nun sind fast alle vergeben. "Nach unserem Aufruf kamen sofort Rückmeldungen, zum Beispiel aus Zschorlau", berichtet Eichhorn. Auch in Langenweißbach als Grenzgemeinde zum Zwickauer Land stieß die Aktion auf Interesse. "Ein Häuschen ging an die Kita in Langenbach." Ein weiteres ziert nun das Außengelände der Grundschule in Weißbach. Nach der Übergabe übernahmen die rund 20 Erstklässler das Bestücken des ersten Vogelfutter-Buffets nur zu gern.

"Wir haben heimische Arten im Unterricht besprochen", sagt Lehrerin Anja Hippmann. Das Wissen um Vögel, ihr Aussehen und ihr Verhalten sei bemerkenswert. "Wir sind auf dem Dorf. Ich denke, da spielt das noch eine größere Rolle im Alltag und im eigenen Garten."

Luise Eichhorn wirbt bewusst schon bei Heranwachsenden für Arten- und Naturschutz. "Je eher, desto besser." Nicht umsonst ist der LPV Westerzgebirge als Naturschutzstation zertifiziert. "Weil wir Biotoppflege, Öffentlichkeitsarbeit und Umweltbildung leisten. Dafür gibt es vom Freistaat Fördermittel für Aktionen wie diese." Die Expertin staunte, was die Mädchen und Jungen über Vögel bereits wissen. Körner, Würmer, Fliegen, Insekten und Beeren zählten die Kinder als Bestandteile der Speisepläne auf. "Nur sind diese Sachen im Winter schwer zu finden", sagt Eichhorn.

Damit der Start gelingt, stellt der LPV zu jedem Häuschen ein Futter-Set mit Sonnenblumenkernen und anderen Leckereien bereit. Rotkehlchen, Zaunkönig, Amsel und Co. dürfen sich nun auch in Weißbach auf einen reich gedeckten Tisch freuen, wobei im Schulhof das Gezwitscher nicht zu überhören war. In den Bäumen hängen bereits viele Futterbeutel. "Darum kümmern sich die Hortkinder. Auch sie wollen helfen", so Hippmann. Wichtig: Wer anfängt, im Winter zu füttern, muss bis in den Lenz durchhalten. "Es lohnt sich", wirbt Eichhorn. "Oft kann man die Vögel bei ihren Besuchen aus der Nähe beobachten."

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...