Kommune kreist Schule mit Tempo 30 ein

Mehr Sicherheit soll ein neues Tempolimit im Ortskern von Lauter bringen. Doch das geht manchen zu weit.

Lauter-Bernsbach.

Mit Gegenwind hatte Thomas Kunzmann (Freie Wähler), Bürgermeister von Lauter-Bernsbach, nicht wirklich gerechnet. Und doch gab es während der Stadtratssitzung Fragen zum Beschlussvorschlag, das Zentrum von Lauter zur Zone 30 zu erklären. Im Herzen der Stadt befindet sich die Oberschule "Heinrich Heine".

Nur an der Kreisstraße vor dem Eingang zur Schulegilt zum Schutz der Kinder bisher Tempo 30. Das hatte die Stadt angeregt. Auf der anderen Seite, wo früh und nachmittags die Schulbusse halten, ist dies noch nicht der Fall. "Daher plädieren wir für eine einheitliche Lösung", so Kunzmann. Zumal man für diesen Bereich als Kommune selbst zuständig sei. Ziel ist es, die Geschwindigkeit der Fahrzeuge auf den Straßen im Bereich der Schule zu begrenzen. Einen weiteren Vorteil hätte der "entschleunigte Ortskern" außerdem: keinen Schilderwald mehr. Derzeit gelten Tempo 30, Tempo 50 oder es handelt sich um Spielstraßen. "Das wollen wir vereinheitlichen und reagieren nicht zuletzt auf eine Petition der Eltern." Die Zone soll alle zusammenhängenden Straßen zwischen der B101 sowie der Kirch- und Rathausstraße umfassen, damit ein sicherer Schulweg entsteht. Tempo 30 gilt dann auf Theodor-Körner-, Schloss-, Pestalozzi-, Goethe-, Antonsthaler, Schiller-, Erz- und Feldstraße.

Zu viele für Stadtrat Jürgen Weißflog (Die Linke). "Warum so großflächig?", hakte er nach. "Um die Straßen im Bereich der Oberschule ins-gesamt zu beruhigen", sagt Kunzmann. "Wenn wir's zerstückeln, wird man mit dem Abbremsen und Beschleunigen nicht mehr fertig." Wolfgang Schmidt (CDU) fragte nach Unfallzahlen. Ein Unfall sei bekannt, so Hauptamtsleiter Ronny Schott. Es gehe aber nicht darum, einen Unfallschwerpunkt zu entschärfen, sondern die Gefahr für die Kinder zu mindern. Klaus Hübler (Freie Wähler/SPD) hält das Ganze für zu weit gefasst. "Auf der Goethestraße die 30 zu erlassen, würde reichen." Ansonsten sehe er im Winter Probleme mit Glatteis.

Bei zwei Nein-Stimmen und einer Enthaltung wurde die 30er-Zone im Ortskern schließlich abgesegnet. Das freut Schulleiterin Gabriele Beckmeier. Sie weiß, dass viele Eltern um die Sicherheit ihrer Kinder fürchten. "Früh ist es teils sehr voll an den Schulbussen. Wir können eine 30er-Zone nur befürworten."

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