Läufer lassen sich vom schlechten Wetter nicht beirren

Der Lauf des Lebens des Herder-Gymnasiums wurde diesmal zu einer Wasserschlacht. Trotzdem kamen 7799,46 Euro zusammen. Was auch am Verwendungszweck des Geldes lag.

Schneeberg.

Als die Polizeischüler am Mittwochmittag im Schneeberger Stadion ihre Runden liefen und durch die Pfützen gewatet sind, waren nur noch wenige Mädchen und Jungen des Johann-Gottfried-Herder-Gymnasiums an der Anlage. Die meisten hatten sich längst auf den Weg nach Hause gemacht, um sich "trocken zu legen". Denn der Lauf für das Leben, den das Schneeberger Gymnasium bereits zum fünften Mal ausgerichtet hat, stand in diesem Jahr unter keinem guten Wetter-Stern.

Es regnete den gesamten Vormittag Bindfäden. Damit fielen viele Pläne rund um das Sportevent sprichwörtlich ins Wasser. Zwar wurde der kleine Trödel- und Antikmarkt aufgebaut und von Lehrer für Biologie und Ethik Maik Neubert betreut, doch musste er früher geschlossen werden: "Die Sachen, die wir angeboten haben, waren alles Spenden von unseren Schülern, deren Eltern und von den Kollegen." Besonders gut kamen Plüschtiere an. Manch kuscheliger Geselle wechselte für den guten Zweck seinen Besitzer. Insgesamt kamen 255 Euro durch den Verkauf des Trödelmarkts zusammen. Auch dieses Geld floss in die Gesamtspendensumme von 7799,46 Euro und kommt damit Verein Sonnenstrahl zugute, der sich für krebskranke Kinder und deren Eltern engagiert. Auch jede Teilnehmerspende, Mindestbetrag war ein Euro, geht an den Verein und ist Teil der hohen Spendensumme.

Zum Team am Grillstand gehörte am Mittwoch Julius Schmidt (17). Sein Engagement ist eine Selbstverständlichkeit: "Wir haben uns als Kurs fürs Grillen entschieden. Wir haben das auch beim Schulfest gemacht und sind deshalb ein eingespieltes Team", erklärte der Zwölftklässler. Vier bis fünf Leute packten immer gemeinsam mit an. Zirka 100 Bratwürste landeten am Mittwoch auf dem Rost - und damit deutlich weniger als erwartet. "Das hatte etwas mit dem Wetter zu tun", mutmaßt Julius Schmidt und witzelt: "Das Wetter war ja stabil schlecht. Aber bei schönem Wetter kann ja jeder." Während die Roster bei einem regionalen Großhändler geordert wurden, stammten die Brötchen von der Bäckerei Bock aus Zschorlau. Ein Teil davon war sogar gesponsert.

Die organisatorischen Fäden liefen auch in diesem Jahr bei Gymnasiallehrerin Kerstin Bauer zusammen. 16 Pädagogen wusste sie für die Vorbereitungen hinter sich. Auch zahlreiche Abiturienten brachten sich mit ein. Die Partnerschaft zwischen dem Herder-Gymnasium und dem Verein Sonnenstrahl gibt es demzufolge schon eine ganze Weile. Eine persönliche Verbindung zu einer Mutter, die durch Krebs ihre Tochter verloren hat, führte zur Zusammenarbeit. "Wir machen nicht nur den Spendenlauf, sondern auch Weihnachtsmärkte und alles Mögliche", sagt Kerstin Bauer. Zum schlechten Wetter meinte sie: "Wir hatten noch einen Ausweichtermin, aber die Prognosen sahen für nächste Woche nicht besser aus und so haben wir es durchgezogen."

Sophie Bretschneider vom Beruflichen Schulzentrum in Schneeberg: "Zuerst haben wir uns ein bisschen aufgeregt, dass es nicht verschoben wird, aber letztendlich ging es schon", sagt sie. Statt einen Euro hat sie fünf Euro gespendet: "Ich geh nebenbei arbeiten, hab einen kleinen Nebenjob", so die Schülerin.

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