Lederhose soll neuem Fest Glück bringen

Die Schwarzenberger Edelweiß-Wiesn ist als Oktoberfest auf erzgebirgisch geplant. Dafür haben die Macher sogar eine Scheune leer geräumt.

Schwarzenberg.

Patrick Weigel (39) sieht übernächtigt aus. "Ja", bestätigt er, "die letzte Nacht war kurz. Der viele Wind. Ich hatte Angst, dass er uns das Zelt wegweht." Das Zelt steht auf dem Schwarzenberger Festplatz an der B 101. Es ist 50 Meter lang und hat ein zweites Zelt als Erweiterung. Auch der Aufbau, der seit Sonntag läuft, zehrt an den Kräften, sagt Weigel, der das alles hier mit wenigen Helfern stemmt. Mehr als 20.000 Euro investiert der Betreiber des Clubs Monkey in die "1. Schwarzenberger Edelweiß-Wiesn", von der er hofft, dass sie ein Erfolg wird. Den Termin für eine Fortsetzung im nächsten Herbst hat er sich im Kalender bereits angestrichen.

Vor ein paar Jahren hat Weigel den Monkey neu belebt, davor die Ü-30-Partys in der Region etabliert. Auch das Vollmondkamp an den Orgelpfeifen in Scheibenberg und die - inzwischen eingestellte - Plattenerwärmung/Plattenabkühlung am Pumpspeicherwerk Markersbach gehen auf seine Kappe. Jetzt will er etwas Neues machen. "Die Idee hatte ich schon vor fünf Jahren", erzählt er. "Aber es hat nie reingepasst. Jetzt sollte es endlich werden. Ich habe eigens eine Ü-30-Party verschoben."

Braucht Schwarzenberg noch eine Art Oktoberfest, wo neben dem Original in München die Kopien doch bereits bis Annaberg (Ende September) und Aue (2. November) vorgedrungen sind? "Unser Ziel ist es, ein traditionelles Fest für Jung und Alt zu machen, wo man an jedem der drei Tage hingehen kann und es trotzdem erschwinglich bleibt", sagt er. " Früher hätten wir es vielleicht Kirmestanz genannt, aber Kirmes läuft nicht mehr. Die Wiesn wird ein ganz anderes Flair haben als zum Beispiel das Stadtfest."

Statt bayerisch soll es auf der Wiesn erzgebirgisch zugehen. Das Edelweiß im Namen bezieht sich nicht auf die Alpenblume, sondern auf die botanische Rarität, die an Schwarzenberger Felshängen gedeiht. Für die Festzelt-Deko haben sich Weigel und sein Team die Scheune eines Bernsbacher Bauerngutes leergeborgt und Dreschflegel, Handwagen, Milchkannen, Holzleitern, alte Spankörbe und vieles mehr herangeschafft. Bayerisch mutet eigentlich nur die Lederhose an, die Patrick Weigel seit Sonntag trägt. "Auch den passenden Hut hab ich mir aufgesetzt", sagt er. "Ich dachte, so liegt vielleicht ein Segen auf der Veranstaltung." Das könnte klappen: Der Samstag ist fast ausverkauft.

Los geht's am Freitag, 18 Uhr mit dem "Schwarzenberger Hüttengaudi". Es spielt DJ Tatch Me, Eintritt 5 Euro, Trachtenträger frei. Am Samstag, 18 Uhr, "1. Edelweiß-Wiesn", Eintritt 10 bis 20 Euro, es spielt die Schmitt-Band. Maßkrugstemmen und Wettnageln. Am Sonntag ist "Wiesn-Markt" mit Kinderprogramm, Händlern, DJ und Sängerin Michelle Schenk. Beginn 11 Uhr, Ende 20 Uhr. Eintritt frei. Ein Maß kostet an allen Tagen 8.50 Euro.

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