Lernen und entspannen am Waldweg

Entlang des Rundweges an der Talsperre Sosa hat der Forst Tafeln und Sitzgelegenheiten aufgebaut. Der Ort dafür wurde bewusst gewählt.

Eibenstock/Sosa.

Eine Bank mitten im Wald? Was soll es da zu sehen geben? "Bäume. Dieser Platz ist zum Entspannen, zum Waldbaden da", erklärt Stephan Schusser, Leiter des Forstbezirks Eibenstock, an einer der Stellen auf einem sechs Kilometer langen Rundweg um die Talsperre Sosa, wo der Sachsenforst mit Hilfe von Partnern Informationstafeln und teilweise Sitzmöglichkeiten neu aufgestellt hat. Seit geraumer Zeit ist es erklärtes Ziel der Forstleute, im Sinne des Tourismus nur noch in bestimmten Bereichen zu investieren, nämlich in jene, die bei der Bevölkerung besonders beliebt sind. Der Rundweg um die Talsperre Sosa gehört dazu. "Weil wir wissen, dass hier viele Leute unterwegs sind, wollen wir die Gelegenheit auch nutzen, Wissen über den Wald zu vermitteln", so Schusser.

Ein Beispiel ist das Totholz, das die Forstleute verstärkt im Wald liegen lassen. Dafür ernten sie oft auch Unverständnis von Wanderern, die das als Verschwendung oder Unordnung empfinden, berichtet der Forstbezirksleiter. Dass das Totholz aber wichtig ist als Lebensraum für Pilze und Insekten, wird am Wanderweg in Sosa am Beispiel einer abgestorbenen Buche gezeigt. Die hat man in zehn Meter Höhe gekappt und eben stehen lassen für verschiedene Lebensformen.

Insgesamt 18 Tafeln mit Texten in Deutsch und Tschechisch wurden aufgestellt. Auf ihnen werden unter anderem Baumarten eines gesunden Mischwaldes vorgestellt, Biotope erklärt, es gibt Informationen zur globalen Erwärmung und ihrer Auswirkung auf den Wald, zur Jagd sowie zur historischen Waldnutzung und dem aktuellen Waldumbau. Es gibt einen Pfad der Verjüngung, und an einigen Stellen wurden Sichtschneisen in den Wald geschnitten. Die Neugestaltung am Wanderweg ist das erste Projekt dieser Art vom Forstbezirk Eibenstock, die Kosten dafür liegen bei 10.000 Euro. Die Grüne Aktion Westerzgebirge und der Wirtschaftsservice Erzgebirge (WSE) aus Eibenstock haben die Forstleute beim Anfertigen und Aufstellen unterstützt.

Ein weiteres Projekt soll dieses Jahr noch am Kuhberg verwirklicht werden. Pläne gibt es für den Gerstenbergweg, für das Wandergebiet um die Talsperre Eibenstock und für das Zinsbachtal bei Grünheide im Vogtland. "Natürlich werden wir den Wald nicht ganz zustellen, es wird auch immer noch ruhige Bereiche geben", versichert Schusser. Für die Entwicklung der touristischen Hotspots hat der Forstbezirk Kooperationsvereinbarungen mit mehreren Kommunen abgeschlossen.

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