Mann muss nach Schlägerei wegen Hund ins Gefängnis

Ein Auer hat wegen Körperverletzung vor Gericht gestanden. Dabei spielte die Beleidigung eines Vierbeiners eine wichtige Rolle.

Aue/Chemnitz.

Wenn doch nur der Leo reden könnte. Dann müsste sein Herrchen vielleicht nicht ins Gefängnis. Doch Leo ist ein Hund. Und er ist der einzige Zeuge einer blutigen Auseinandersetzung zwischen zwei Auern. Dabei ging es, wie könnte es anders sein, um den Leo.

Doch von vorn. "In der Nacht zum 3. Juni 2018 kehrte ich in einer Auer Kneipe ein, weil ich meine Schulden bezahlen wollte. Dort ist mein Hund von einem Mann beleidigt worden", sagte der 40-Jährige vor dem Landgericht in Chemnitz. Dort musste sich der gelernte Maler und ehemalige Mitarbeiter eines Sicherheitsdienstes wegen Körperverletzung verantworten. Zu später Stunden gegen zwei Uhr nachts hatte das Unglück seinen Lauf genommen. Denn in der Kneipe saß ein anderer Gast, mit dem der Auer bereits in der Vergangenheit zumindest verbal schon aneinander geraten war. "Wir haben seit zwölf Jahren Stress. So hatten wir mal die gleiche Freundin, aber nacheinander." Nun in der Kneipe habe der Mann gestichelt, der kleine Leo sei doch gar kein richtiger Hund.


Weil die Stimmung so aufgeheizt war, habe er noch eine Zeit lang gewartet, nachdem der andere gegangen war. "Auf dem Heimweg hat dann aber der Mann auf mich gewartet. Erst schubste er mich, drückte mir seine Finger in die Augen und riss mich zu Boden." Erst danach habe er in Notwehr mehrfach zugeschlagen. Freilich mit schlimmen Folgen. So erlitt der andere einen Nasenbeinbruch, mehrere Prellungen und wurde am Knie verletzt. Der krankenhausreif geprügelte Mann stellte die Begegnung etwas anders dar: "Ich habe ihm nicht aufgelauert. Er kam auf mich zu und wollte mir zuerst eine Kopfnuss verpassen. Der konnte ich zwar noch ausweichen, den weiteren Schlägen aber nicht." Dann sei er zu Boden gegangen. Nur Leo, der laut bellend die beiden Kontrahenten umkreiste, könnte sagen, wer angefangen hatte. Zwar wollten zwei Bekannte des Angeklagten aus ihren Fenstern die Tat beobachtet haben. Doch konnten ihre Aussagen das Geschehen nicht erhellen.

Das Gericht kam auch ohne Leos Hilfe aus. "Nach der Aussage aller Zeugen fällt auf, dass sie uns mehrfach angelogen haben", sagte der Richter nach dem Urteil zum Angeklagten. So habe dieser zum Beispiel an dem Abend nicht nur einen Likör getrunken, sondern laut eines Zeugen auch reichlich Bier. "Auch das Verletzungsbild des Geschädigten passt nicht zu ihrer Version."

Aufgrund seiner auch einschlägigen Vorstrafen und da die Tat während einer Bewährungszeit geschah, wurde der 40-Jähre wegen vorsätzlicher Körperverletzung zu acht Monaten Haft verurteilt. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

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