Marktführer aus Zwönitz setzt Akzente

Wer weltweit sein Geld verdient, braucht einen repräsentativen Bau. Die Firma Gantner Instruments holt sich dazu die Architekten von weiter her.

Zwönitz.

Noch sitzt Jörg Scholz mit sechs Mitarbeitern an einem unscheinbaren Ort in Zwönitz an der Straße Am Mühlgraben. Dass sich im Erdgeschoss des Wohn- und Gewerbehauses gegenüber dem Hotel "Stadt Zwönitz" eine Firma befindet, die Dreiviertel ihrer Geschäfte in China, Indien, Australien oder Großbritannien abwickelt, vermutet keiner. Wer aber die Büroräume der Gantner Instruments Environments Solution GmbH (GIES) betritt, dem wird klar: Hier rauchen Köpfe.

Scholz, 45, gebürtiger Zwönitzer, beschreibt es so: "Wir arbeiten halbtags." Scholz meint die Hälfte vom Maximum, das ein Tag zu bieten hat: von 24 Stunden. Der Markt, in dem sich die GIES bewegt, erfordert ein hohes Maß an Präsenz und Flexibilität. "Wir entwickeln und produzieren Überwachungs-, Steuerungs- und Analysetechnik, die für große Solarparks benötigt wird", so Scholz. Der Geschäftsführer spricht von Photovoltaikanlagen, die in Bezug auf die Leistung fünf bis 35 Megawatt groß seien. Diese würden sich auf Flächen von 60.000 bis 500.000 Quadratmetern erstrecken. Scholz: "Wir sind weltweit führend in diesem Bereich, werden aber auch kopiert. Deshalb müssen wir uns ständig, ja täglich weiterentwickeln." Das hat dazu geführt, dass der gebürtige Zwönitzer dringend expandieren muss - räumlich und personell.


2010 war es, als der Mess- und Regelungstechniker auf der Suche nach einem neuen Job war. Da bekam Scholz das Angebot, für die Firma Gantner Instrument, 1982 in Österreich gegründet, eine Tochterfirma im Erzgebirge aufzubauen. Scholz fokussierte auf die Solarmesstechnik, womit er für die Firmengruppe ein neues Geschäftsfeld erschloss. Neben dem ist Gantner Instruments mit lokalen Stützpunkten in den USA, in Singapur, Indien, China (4), Frankreich, Schweden und Deutschland (2) auch in der Automobil- und Elektromobilbranche und bei den Flugzeugherstellern vertreten. Das Besondere: Das Hauptgeschäft konzentriert sich auf die Entwicklung, die Herstellung der Produkte erfolgt bei externen Partnern. Scholz: "In Sachsen arbeiten wir mit vier Firmen zusammen."

Lokal in Zwönitz ist das die Firma EKM Elektronik, die für GIES Komponenten fertigt. Deshalb wird das neue Firmengebäude in deren Nachbarschaft an der Werner-von-Siemens-Straße entstehen. 800.000 Euro will Jörg Scholz investieren, den Grundstücksverkauf hatte der Stadtrat jüngst abgesegnet. Mit dem neuen Gebäude wird der Zwönitzer gestalterische Akzente setzen. Denn obwohl die Tochterfirma laut Scholz' finanziell von der Firmengruppe unabhängig ist, setzt diese neuerdings auf eine einheitliche Architektur. So stammt der Entwurf von den renommierten österreichischen Architekten Lang und Vonier. Das Gantner-Instruments-Wiedererkennungsmerkmal: eine Aluminiumprofil-Fassade, die vor der Fensterfront "schwebt". Und: Das Zwönitzer Firmengebäude wird nach dem Hauptsitz in Schruns das zweite in dieser Handschrift sein.

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