Modelle bringen heutiger Jugend Bergbautechnik von einst nahe

Die aktuelle Sonderschau im Museum Perla Castrum in Schwarzenberg sollten Kinder am besten mit einem Opa besuchen, der bei der Wismut war. Aber interessant und lehrreich ist die Ausstellung für alle Jahrgänge - wenn sie sich auf das Thema einlassen.

Schwarzenberg.

Berühren verboten. Oder wegen der gläsernen Einhausung erst gar nicht möglich. Zu gerne würden Kinder - und wohl auch manch Erwachsener - einmal mit eigenen Händen versuchen, ob sich die Welle des Pochwerks wirklich dreht, ob der Grubenhunt richtig rollt, ob der Türstock, der den Stollen im Bergwerk stützt, auseinanderzunehmen ist. Bei immerhin drei der Schaustücke bewegt sich nach Knopfdruck was. Die meisten Exponate in der Sonderausstellung "Bergbautechnik en miniature - historische Modelle" im Schwarzenberger Museum Perla Castrum jedoch sind so alt, so zerbrechlich und, zumindest in wissenschaftlichem Sinne, so wertvoll, dass sie nicht zum Spielen genutzt werden sollen. Aber zum Anschauen, zum Erklären.

Und genau das ist das Anliegen der Schau, sagt Museumsmitarbeiterin Anette Barth. "Die Vorstellung, wie unsere Vorfahren Bergbau betrieben haben, welche Technik ihnen beim Abbau und beim Aufbereiten der Erze geholfen hat, ist bei vielen eher vage, vor allem bei Kindern. Da setzen wir an." Knapp 30 historische Modelle veranschaulichen die Bergbautechnik früherer Zeiten. Zu sehen sind 19 Leihgaben der Bergakademie Freiberg, die den praxisorientierten Lehrbetrieb im 19. und frühen 20. Jahrhundert bezeugen, dazu je fünf Modelle aus dem Museum Uranbergbau Bad Schlema und aus dem Schwarzenberger Museumsfundus. "Die Bergakademie hat einen großen Bestand", weiß Barth. "Unsere Wunschliste war lang, doch etliche Exponate dürfen die TU-Sammlung nicht verlassen. Wir haben trotzdem Interessantes bekommen." Stichworte sollen neugierig machen: Dreibock und Erzmühle, Stoßherd und Schmelzofen, Rammbär und Blasebalg. Auch anhand von Bohrhammer und Teufbühne kann ein bergbaubewanderter Großvater, einst vielleicht gar Wismut-Kumpel, dem Enkel vieles nahebringen.

Das machen Museumsmitarbeiter sogar in den Ferien. Am Donnerstag ist es in Zusammenarbeit mit dem Verein Heimatfreunde Waschleithe wieder so weit. Dann wird kindgerecht der Bergbau erklärt, der Weg vom Original zum Modell beschrieben, auch gebastelt. "Der Vormittag ist mit Hortkindern bereits ausgebucht", sagt Barth. "Für 14 Uhr sind noch Anmeldungen möglich."

Das Museum ist dienstags bis sonntags von 10 bis 17 Uhr geöffnet. Info: Ruf 03774 23389


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