Neuer Chefarzt will Chirurgie ausbauen

Leif Schiffmann gehört seit kurzem zum Mediziner-Team der Helios-Klinik. Sein Ziel: In Aue ein Darmkrebszentrum etablieren.

Aue.

Viele neue Patienten für das Helios-Klinikum Aue zu gewinnen, ist das erklärte Ziel von Geschäftsführer Marcel Koch. "Wir wollen für das Erzgebirge in Sachen medizinischer Versorgung der Anker sein", sagt er und spricht von Patiententourismus. Bereits jetzt spiele man fachlich in einigen Bereichen in der ersten Liga mit. "Wir haben viel Potenzial. Das geben wir nicht freiwillig her." Dazu müsse man sich zukunftssicher aufstellen. In der Chirurgischen Klinik sei das mit Chefarzt Leif Schiffmann der Fall.

Der gebürtige Berliner ersetzt seit Monatsbeginn Roland Albrecht, der Ende Juni in den Ruhestand ging. Als Chirurg, Proktologe und Viszeralchirurg sei Schiffmann fachlich und organisatorisch die beste Wahl, so Koch. "Mit ihm wollen wir den Weg zum Darmkrebszentrum beschreiten." Dazu ist eine Zertifizierung nötig. "Und genau so einen Prozess hat er an einem anderen Haus begleitet." Es gibt viel zu tun, bestätigte der Neue und lässt keine Zweifel, wie wohl er sich in Aue fühlt. Zum einen wegen des breit aufgestellten Hauses "mit sehr guter interdisziplinärer und kollegialer Zusammenarbeit". Zum anderen reize ihn die erzgebirgische Landschaft, die er schwärmerisch als Auenland beschreibt. Er wohnt am Altmarkt, radelt auf Arbeit. "Der 500 Meter lange Anstieg strengt ganz schön an", gesteht er und schmunzelt. Aber Herausforderungen würden ihm liegen.


Schiffmann hatte Wirkungsstätten unter anderem in Rostock, Lippstadt, Westmecklenburg und zuletzt an der Uniklinik in Marburg. In Aue gehörte er zu einer Vielzahl hochkarätiger Bewerber, sagt Koch. "Das spricht für uns. Und wir sind froh, ihn gewonnen zu haben." Die onkologische Chirurgie soll mit Schiffmann auf eine neue Ebene gestellt werden. "Im ersten Schritt will ich in Zusammenarbeit mit Kollegen anderer Abteilungen das onkologische Spektrum weiter vervollständigen, die Proktologie ausbauen und die endokrine Chirurgie voranbringen", sagt Schiffmann. "Die Medizin entwickelt sich rasend schnell." Da müssen auch Ärzte ein Leben lang am Ball bleiben. Dafür steht Schiffmann, der nach Möglichkeit immer minimalinvasiv operiert und sich unter anderem mit Schilddrüsenerkrankungen und der Behandlung von Bauchfell-Metastasen beschäftigt hat. Letztere seien bis zu einem gewissen Stadium alle entfernbar. "Kombiniert mit einer Chemo können 30 Prozent der Patienten geheilt werden - von einer Krankheit, die vor 20 Jahren noch ganz sicher tödlich verlief." Es gelte, Therapien genau auf den jeweiligen Patienten abzustimmen. "Jedes Modul - ob Chemo, Bestrahlung oder OP." Die Entscheidung für den richtigen Weg sei schon der erste Schritt zum Ziel.

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