Rot-weiße Stangen im Kurviertel: Firma bohrt für Bauprojekt

An der Kurpassage von Bad Schlema sind mehrere Löcher gebohrt worden. Das wirft bei Anwohnern Fragen auf.

Bad Schlema.

Mitten im Herzen Bad Schlemas soll in den kommenden Jahren ein neues Wohn- und Geschäftshaus entstehen. Das sehen erste Baupläne der RTLL Lewerenz Gruppe aus Kirchberg bei Zwickau vor. Auf der dafür vorgesehenen Fläche zwischen Kurhotel und Kur-Passage ist bislang nur eine Wiese - doch nun tut sich was.

Wie Anwohnerin Brigitte Lorenz berichtet, sind in der vergangenen Woche mehrere kleine Löcher ins Erdreich gebohrt worden; rot-weiße Markierungsstangen blieben zurück. "Einige Leute sind deswegen in Aufruhr", sagt sie. Denn über das Bauprojekt sei bisher nur wenig öffentlich bekannt.


Tatsächlich berieten die Stadträte zuletzt hinter verschlossenen Türen über das Vorhaben. Bekannt ist deshalb nur: An Ort und Stelle soll ein Neubau entstehen, der den "Boulevard-Charakter" fortführen und laut Baubürgermeister Jens Müller (Freie Wähler) eine ansprechende Architektur bieten soll. Neben Eigentumswohnungen gebe es Platz für Arztpraxen, eine Physiotherapie, eine Tagespflege und weitere Gewerbeflächen. Auch von einem Café ist die Rede.

Marcel Brix arbeitet als Projektentwickler bei der RTLL Lewerenz Gruppe. Er bestätigt, dass die jüngsten Arbeiten im Kurviertel mit dem Neubauprojekt in Verbindung stehen. "Wir haben eine Firma beauftragt, mehrere Bodenproben für ein Gutachten zu nehmen", sagt er. So werde überprüft, ob unter der Erde böse Überraschungen schlummern, wie etwa Bergbau-Altlasten.

Zu Details des geplanten Wohn- und Geschäftshauses hält sich Marcel Brix noch bedeckt. Er spricht von einem "Quartiershaus", das angedacht sei - mit barrierefreien Wohnungen sowie Flächen für verschiedene Mieter. Ob und wann das Haus gebaut wird, sei allerdings offen. "Es ist noch keine Entscheidung absehbar. Aber wir sind gewillt, zu bauen", erklärt er.

Die Kirchberger Firma hatte sich für die geplante Investition im vergangenen Jahr eine Kaufoption auf das Baugrundstück im Kurviertel gesichert, die die Stadtverwaltung zuletzt noch einmal bis Mitte 2020 verlängert hat. Einige Anwohner beäugen die Pläne aber eben kritisch, darunter ist auch Brigitte Lorenz. Sie fragt: "Ist das nötig? Muss dort so ein großes Haus hin?"

Baubürgermeister Müller beantwortet die Fragen mit Ja. "Das Gebäude bringt eine Belebung des Umfelds", sagt er. Auf Kritik, dass sich der Neubau nicht harmonisch in die umliegende Bebauung einfügen könnte, kontert er: "Es entsteht kein grauer Betonklotz. Und über die Architektur lässt sich noch reden." Der Projektentwickler Marcel Brix hat derweil angekündigt, in Kürze mit Anwohnern direkt über den Neubau sprechen zu wollen. Er erklärt: "Wir haben auch schon die wüstesten Ideen gehört, was dort hin soll."

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