Schützen feiern 130-jähriges Vereinsjubiläum

Am Samstag wird in Sosa der neue Schützenkönig gekürt. Die Schießanlage im Ort ist nicht nur bei Einheimischen gefragt.

Sosa.

Uwe Bräuer nimmt das Ehrendiplom von der Wand im Vereinszimmer der Schützengesellschaft Sosa. Beim Entziffern der altdeutschen Schrift müssen die älteren Vereinsmitglieder ihrem Vorsitzenden helfen. Es wurde 1914 zum 25. Vereinsjubiläum dem Vereinsmitglied Richard Friedrich Weigel gewidmet. Daraus lässt sich schließen, dass es die Schützengesellschaft in Sosa als Verein 130 Jahre gibt. "Ueb Aug und Hand fürs Vaterland" steht auf dem Diplom. Der gleiche Spruch ziert die große gestickte Vereinsfahne, die auch an der Wand hängt.

Jedoch mit einer Chronik können die Sosaer Schützen nicht dienen. Für die 52 Vereinsmitglieder beginnt die Geschichte mit dem Bau der Schießanlage im Jahr 1995. Die war mal ein Kälberstall der LPG. 50Zentimeter dicke Mauern und ein Dach überm Kopf - das haben nur wenige Anlagen im Umkreis zu bieten. Das ist laut Bräuer der Grund, warum im Winter andere Schützenvereine zum Training nach Sosa kommen. Mit dem Bau der Anlage entstand auch die Gaststätte "Zur Kanone", die der Verein verpachtet.


Am Samstag kommen sie alle nach Sosa zum Feiern: die Schwarzenberger, die Breitenbrunner, die Lauterer, die Gelenauer, die Zschorlauer, die Langenbacher, die Bärenwalder und die Freunde aus Staffelstein, der Partnergemeinde von Sosa. Zwar gibt es in Sosa kein Schützenfest und keinen Schützenumzug, aber Schützenkönig, Schützenkönigin und Jugendschützenkönig werden gekürt. Außerdem gibt man die Sieger und die Platzierten der offenen Ortsmeisterschaft bekannt. Eine solche hat das letzte Mal vor zehn Jahren stattgefunden, also zum letzten runden Jubiläum des Vereins. Bräuer wäre dafür, die Ortsmeisterschaft jährlich stattfinden zu lassen. "Mal sehen, wie der Zuspruch dieses Jahr ist." Er rechnet mit 40 bis 50Teilnehmern.

Die Sosaer Schützen schießen mit Gewehren, Pistolen und Revolvern. "Unsere Anlage ist öffentlich, das heißt, jeder der Lust hat, kann zu unseren Treffen am Donnerstag ab 17 Uhr kommen. Es geht auch, einen Termin zu vereinbaren", erklärt der Vereinsvorsitzende. Mit der noch recht neuen Scheibenzuganlage wird die Schießscheibe in 50 Metern Entfernung positioniert. Dahinter befindet sich der Kugelfang aus Holz und alten Reifen. "Training heißt: mindestens 50 Schuss in der Woche. Die Bewegungsabläufe gehen dann in Fleisch und Blut über", sagt Bräuer. Jeder der Schützen habe einen anderen Blickwinkel, jeder mache andere Zielfehler. Von daher sollte jeder seine eigene Waffe besitzen. An der Anlage kann man sich aber auch Vereinswaffen ausleihen.

130 Jahre Schützengesellschaft Sosa wird am Samstag, ab 18 Uhr im Festzelt an der Gaststätte "Zur Kanone" gefeiert. Für die musikalische Umrahmung sorgen die Köhlermusikanten.

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