So modern wird das neue Feuerwehrdepot

Für 2,1 Millionen Euro entsteht in Stützengrün ein neues Domizil für die Feuerwehr - mit Schulungs- und Fitnessraum. Der Neubau ersetzt ein Dauer-Provisorium.

Stützengrün.

Mauersegler und Fledermäuse haben schon Quartier bezogen im Schlauchturm des Stützengrüner Spritzenhauses. Noch teilen sich die Tiere das Domizil mit den Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr. Die nutzen den Bau für Schulungen. Doch ab Herbst 2020 können die Vögel und Säugetiere hier fast ungestört leben. Dann wird das neue Feuerwehrdepot der Gemeinde fertig sein. Das hofft Bürgermeister Volkmar Viehweg. "Im alten Spritzenhaus trifft sich dann vielleicht noch die Alters- und Ehrenabteilung der Wehr." Abgerissen werde der historische Bau nicht.

Am Dienstag war Spatenstich für den Neubau an der Auerbacher Straße. "Endlich, nach 22 Jahren", sagte Ortswehrleiter Andreas Fugmann (41). Er ist seit 2002 bei der Feuerwehr aktiv und kennt nichts anderes als das Übergangsdepot in einer ehemaligen Busgarage. So wie Gemeindewehrleiter Roy Panzert (29), der genau so lange bei der Wehr mitmacht und den Hut aufhat für alle drei Freiwilligen Feuerwehren der Gemeinde. Das Spritzenhaus wurde für die Schulungen genutzt, die Garage für Fahrzeuge und Uniformen. Auch in der Garage waren die Zustände aber alles andere als gut, wie Bürgermeister Viehweg kurz nach seinem Amtsantritt erfahren hatte. "Schimmel, Feuchtigkeit, Nagetiere", zählte er beim Baustart nun auf. Er dankte den Rettern dafür, dass sie trotzdem Geduld gezeigt und zuverlässig ihre Arbeit gemacht haben.


Mit Fördermitteln aus dem sächsischen Innenministerium und vor allem mit Eigenmitteln wird das neue Depot entstehen. Die Kosten liegen bei rund 2,1 Millionen Euro. 540.000 Euro kommen vom Freistaat. Für das Übrige wird die Gemeinde Darlehen aufnehmen. Innenstaatssekretär Professor Günther Schneider, der zum Spatenstich gekommen war, kündigte mit Blick auf die Jugendfeuerwehr an, dass man zur Einweihung des Hauses eventuell gemeinsam etwas für die Jugend auf den Weg bringen könne. Was genau, ließ er aber offen.

20 Kinder und Jugendliche zählt die Jugendfeuerwehr. 56 Mitglieder hat die Stützengrüner Wehr, 36 davon sind im aktiven Dienst, darunter vier Frauen. Für beide Geschlechter wird es im künftigen Depot getrennte Umkleiden geben, wie Thomas Geigenmüller vom beauftragten Architekturunternehmen Fugmann aus Falkenstein sagte.

Knapp 600 Quadratmeter Fläche stehen den Kameraden zur Verfügung. Fast zumindest - denn einen Raum wird das Deutsche Rote Kreuz als Lager nutzen. Das Depot soll drei Fahrzeugstellplätze bieten. Das ist einer mehr, als die Feuerwehr derzeit Autos hat. Allerdings soll langfristig ein weiteres angeschafft werden, wie Wehrleiter Fugmann informierte. Ein Schulungs- und ein Fitnessraum entstehen im Gebäude, eine Teeküche soll es geben, Sanitäreinrichtungen sowie ein Treibstofflager. Außerdem sind 22 Parkplätze geplant. Die fehlen bei der aktuell genutzten Busgarage weitgehend.

Von außen wirkt das geplante Gebäude modern, wie eine Visualisierung zeigt. Große weiße Flächen, dazu ein abgesetztes, orangefarbenes Element. Für den Neubau konnte die Gemeinde zwei Grundstücke aus Privathand erwerben. "Eine Fläche zu finden, war eine große Herausforderung", erzählt Viehweg. Denn verfügbares Land gebe es in Stützengrün kaum.

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