Soldaten rücken gegen winzigen Feind in den Wald ein

Der Borkenkäfer ist klein, aber er kommt in Massen. Hilfe von der Bundeswehr ist dem Forst von daher sehr willkommen.

Eibenstock/Schwarzenberg.

Mit einer Kettensäge zu arbeiten, gehört zur weiterführenden Ausbildung von Pioniersoldaten. Dass sie damit gut umzugehen wissen, beweisen derzeit jeweils acht Uniformierte in den Forstbezirken Eibenstock und Neudorf.

Jeden Tag steuern Oberfeldwebel Christian Dudacy und seine Kameraden von der in Gera stationierten 3. Kompanie des Panzerpionierbataillons 701 das Waldstück am Tannenbach im Forstrevier Schönheide an. Revierförster Alexander Clauß und seine Waldarbeiter haben zuvor Bäume ausgespäht, die vom Borkenkäfer befallen sind. "Noch sind es einzelne, die müssen aber raus, sonst sind es in zwei, drei Wochen 30 und nächstes Jahr 400 Bäume", erklärt der Forstmann die gebotene Eile angesichts der rasanten Vermehrung des Borkenkäfers. Weil das so ist, schaffen es die eigenen Forstarbeiter schon lange nicht mehr, befallene Fichten aus dem Wald zu bringen. Deshalb ist laut Stefan Schusser, Leiter des Forstbezirks Eibenstock, jede helfende Hand willkommen.


"Ich ziehe meinen Hut vor den Soldaten, die bei 28 Grad am Mittag selbst im schattigen Wald ins Schwitzen kommen", sagt Alexander Clauß. Den Bundeswehrsoldaten sind immer Mitarbeiter vom Sachsenforst zur Seite gestellt. "Die Jungs sind motiviert und gut dabei", schätzt Forstwirt René Härtel ein. Wenn die Bäume gefällt sind, geht es ans Entasten und Schälen der Rinde. Das ist richtige Knochenarbeit.

"Da ist man abends kaputt, aber es ist ein gutes Gefühl, wenn man helfen kann", sagt René Windisch, der seit Oktober 2015 bei der Bundeswehr ist. "Wir lernen hier auch vieles dazu", sagt sein Vorgesetzter Christian Dudacy. Gerade von den Pionieren werden schließlich Kenntnisse im Holzbau, aber auch bei Schutz- und Rettungsmaßnahmen verlangt. Der Einsatz im Forst sei so gesehen auch eine Aus- und Weiterbildung.

Zunächst drei Wochen soll der Einsatz der Bundeswehrsoldaten im Sachsenforst dauern. Das Amtshilfeersuchen hatte das Sächsische Umweltministerium beim Landeskommando Sachsen gestellt, das Bundesverteidigungsministerium stimmte zu. Insgesamt sind 62 Soldaten im sächsischen Wald im Einsatz.

Die Situation, dass das trockene und warme Wetter zu einem extremen Borkenkäferbefall in den Wäldern geführt hat, haben unterdessen viele erkannt: Die Landestalsperrenverwaltung stellte eigene Mitarbeiter zur Hilfe an den Forstbezirk Eibenstock ab, und in Sachsen sind Sonderregelungen in Kraft getreten, die den Holztransport auch an Sonn- und Feiertagen erlauben.

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