Sorgenkind wird verkauft

Das Haus Hauptstraße 2 im Zentrum von Lauter wechselt den Besitzer. Und soll damit endlich saniert werden.

Lauter-Bernsbach.

Die Häuser links und rechts vom Gebäude Hauptstraße 2 in Lauter sind längst saniert. Das Haus Nummer 2 aber bietet einen eher traurigen Anblick und trägt deshalb auch den wenig schmeichelhaften Beinamen "Baulücke". Dringend ist eine Rundum-Kur für das Wohnhaus im Herzen der Stadt nötig. Der Noch-Besitzer, das kommunale Wohnungsunternehmen, will das Objekt deshalb verkaufen - schon lange. "Jetzt haben wir einen Interessenten gefunden und verpflichten ihn zum Investieren", so Betriebsleiter Thomas Weißflog.

Insgesamt drei Angebote hatte das Wohnungsunternehmen für das besagte Haus mit Erdgeschoss und vier weiteren Etagen, die teils nach wie vor vermietet sind, erhalten. Doch der beste Bieter aus Schwarzenberg sprang kurzfristig ab. Daher wechselt das Objekt nun für 185.000 Euro den Besitzer - auch dank der Zustimmung per Beschluss seitens des Stadtrats.

Allerdings hegte Kathrin Dörffel (Die Linke) Bedenken, ob es nach dem Verkauf dann tatsächlich zu den ersehnten und auch dringend nötigen Sanierungen kommt. "Denn in der Investitionsverpflichtung steht lediglich etwas von Renovierung. Und das ist bei mir ein bisschen Farbe an die Wand und nicht viel mehr", sagte sie. Betriebsleiter Weißflog klärte auf, dass es sich anders verhält. "Der Käufer weiß, dass enormer Investitionsrückstau besteht und eine grundlegende Sanierung unbedingt nötig ist, um das Haus als attraktives Wohndomizil vermarkten zu können." Zwar sei die Grundsubstanz in Ordnung und eine gute Basis. Der Keller ist trocken, alles massiv gebaut. "Aber zum Beispiel ist die komplette Elektrik noch auf dem Stand der DDR-Zeit. Das ist längst kein Standard mehr. Heizung und Fassade müssen ebenfalls erneuert werden." Das kommunale Unternehmen könne und wolle sich das nicht leisten.

Die GmbH, die Neubesitzer wird, hat ihren Hauptsitz in Berlin. Auch diesbezüglich gab es Nachfragen. Doch Weißflog sieht keinen Anlass zur Sorge. "Denn das Unternehmen hat Referenzobjekte hier im Erzgebirge, auch Mitarbeiter vor Ort in Außenstellen. Scheinbar hat man sich auf Kauf, Sanierung und Wiedervermietung solcher Objekte spezialisiert." Gelungene Beispiel stünden unter anderem Schwarzenberg und Aue. "Auch in einer ähnlichen Größenordnung", so Weißflog, der davon ausgeht, dass der Käufer durchaus weiß, worauf er sich mit der Hauptstraße 2 in Lauter einlässt.

Die 185.000 Euro Erlös aus dem Verkauf des Objekts wolle man für Sanierungsvorhaben in anderen Häusern des kommunalen Eigenbetriebs nutzen. "Da haben wir gute Verwendung." Dass ein Schandfleck im Zentrum verschwindet, hofft Bürgermeister Thomas Kunzmann (Freie Wähler). "Ich bin zuversichtlich, dass sich da etwas tut."

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