Sosaer Original wird ein gedrucktes Denkmal gesetzt

Ein musikalisches Porträt in Form eines Liederbuchs erinnert an Helmut Vogel. Die Familie freut sich über diese Entwicklung.

Sosa.

"Vorbei", sagt Witwe Marita Vogel leise. In ihren Augen bilden sich Tränen. "Es ist nicht vorbei. Sein Werk lebt", sagt ihre Tochter Kathrin Schneller. Die 50-Jährige streicht mit der Hand über das 64 Seiten umfassende Heft, das einen kleinen Teil des Lebenswerkes ihres Vaters Helmut Vogel enthält. "O du mei Haamitland" steht auf dem Einband des musikalischen Portraits, das zum Singen, Musizieren und Schmunzeln einladen soll und was aus dem Musikverlag Ullmannmusic aus Bernsbach stammt. Es ist keine Biografie, sondern ein Liederbuch mit Fotos und Illustrationen. Das Heft gewährt trotzdem einige, kleine Einblicke ins Leben Helmut Vogels, der ein Sosaer Original war.

Der Vollblutmusiker, der mehrere Heimatgruppen gegründet hat und Leiter des Blasorchesters Aue war, das zur Wismut gehörte, hat eine Vielzahl musikalischer Werke hinterlassen. Geschätzte 50 Eigenkompositionen für Blasorchester, etwa 30 erzgebirgische Lieder und zirka zehn Stücke, die seine tiefe Verwurzelung im christlichen Glauben widerspiegeln, gehören zu seinem Lebenswerk.

Helmut Vogel war Texter, Komponist und Arrangeur. Allerdings sind sich Verlagsinhaber Manuel Ullmann und Tochter Kathrin Schneller einig, dass es sicherlich noch Unentdecktes und noch nicht Aufgearbeitetes gibt. Die Sosaer Familie ist hoch erfreut, dass sich Manuel Ullmann der Geschichte angenommen hat, wenngleich nur ein Bruchteil des Gesamtwerkes es ins Heft schaffte. "Ich saß im Wartezimmer der Notaufnahme im Erlabrunner Krankenhaus, als mich Manuel angerufen hat und mir seine Idee erklärte", erinnert sich Kathrin Schneller: "Ich fand das total cool." Wenige Wochen vor dem Tod habe sie gemeinsam mit ihrem Vater angefangen, Dinge zu sortieren. Vogel, der sich als Gesangskünstler beim staatlichen Volkskunstensemble der DDR in Berlin hat ausbilden lassen und für dieses Auftritte absolvierte, gründete in seiner erzgebirgischen Heimat beispielsweise die Soser Haadelerng und De Rutschwänzle.

Manuel Ullmann hatte Helmut Vogel vor einigen Jahren kennengelernt. "Ich habe damals selbst aktiv musiziert und bei den Köhlermusikanten ausgeholfen", so der Verlagsinhaber.

Von Vogels Tochter ist zu erfahren, dass das immer sein größter Wunsch war: "Ein eigenes Blasorchester in Sosa." Diesen Wunsch konnte er sich erst 2005 mit der Gründung der Köhlermusikanten erfüllen.

Auch nach seinem Tod habe es immer wieder Interessenten gegeben, die Werke von Helmut Vogel zur Aufführung bringen wollten. Durch Ullmannmusic wird dies nun möglich, denn neben dem musikalischen Porträt sind im Verlag auch Notenblätter erhältlich. "Letztendlich will ein Musiker das auch. Er schreibt nicht nur für sich und zum Spaß, sondern möchte, dass seine Werke aufgeführt werden", weiß Ullmann, der außerdem Liedpostkarten mit Vogels Heimatliedern aufgelegt hat. Helmut Vogels Enkeltochter Juliane Schneller freut sich, dass das Werk ihres Großvaters so erhalten bleibt: "Es ist ein schönes Andenken an ihn. Und es ist ganz sicher in seinem Sinne."

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