Tafel hilft Bedürftigen mit Mund-Nasen-Schutz

Einmal pro Woche versorgt die Auer Tafel die Menschen, die auf Hilfe angewiesen sind, mit verschiedenen Artikeln. Dafür ist Unterstützung durch Ehrenamtler und Geschäftsleute wichtig.

Aue-Bad Schlema.

Nach knapp vier Wochen coronabedingter Schließzeit hat die Auer Tafel seit diesem Monat wieder geöffnet, allerdings unter strengen Hygienevorschriften. Neben den gängigen Vorschriften wie dem Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes und der Einhaltung des Abstandes von 1,5 Metern zu anderen Personen findet die Ausgabe der Lebensmittel vorerst nur im Freien statt. Die Mitarbeiter der Tafel sind froh, dass sie wieder öffnen dürfen, denn sie unterstützen Menschen, bei denen das Geld nicht bis zum Ende des Monats reicht. "Wir möchten uns für die Bedürftigen engagieren und sie damit unterstützen", sagt Silvia Rudolf, die Vorsitzende des Vereins Auer Tafel. Jeden Donnerstag von 11.30 bis 12.30 Uhr erhält jeder Bedürftige in der Ausgabestelle Am Bahnhof 11 in Aue in der Regel zwei Beutel. Darin sind Brot, Brötchen, Kuchen, Süßwaren, Obst, Gemüse, Wurst, Käse und Milchprodukte. Alles ist kostenfrei, die Tafel bittet lediglich um eine Spende von einem Euro für Erwachsene und 50 Cent für Kinder. Für Kunden mit Handicap bieten sie in Einzelfällen auch eine Lieferung an.

Im Schnitt kommen zwischen 60 und 70 Alleinstehende und Familien zur Ausgabestelle. Wegen der Schließung ist der Zulauf der Bedürftigen allerdings ein wenig zurückgegangen. Die Ersten stehen ab 7.30 Uhr vor der Tür und nutzen die Wartezeit, um beim Ausladen der Lebensmittel aus den Transportern der Tafel zu helfen. Diese Lebensmittel beziehen sie von sieben Bäckern und zehn Läden aus Aue und Lößnitz. "Hin und wieder bekommen wir von den Geschäften auch Drogerieartikel oder Spielzeug", erzählt die 60-Jährige.

Silvia Rudolf hat den Verein Auer Tafel 1999 gemeinsam mit Kathrin Barth ins Leben gerufen. Zuvor arbeiteten beide für ein Jahr bei der Tafel in Zwickau. "Da Aue die nächstgrößere Stadt ohne Tafel war, kamen wir auf die Idee, dort eine eigene Tafel zu gründen. Wir wollten uns sozial engagieren und Bedürftigen helfen", erinnert sich Silvia Rudolf. Für fünf Jahre betrieben sie auch eine Ausgabestelle in Lößnitz, die wurde jedoch nicht gut angenommen.

Die Bereitschaft der Läden zur Unterstützung der Tafel sei in den vergangenen Jahren weitestgehend konstant geblieben, auch während der Corona-Krise. Das Kundenklientel hat sich nur wenig geändert. Die Menschen sind von 20 bis über die 70 Jahre alt, es kommen sowohl Alleinstehende als auch Familien, sagt Rudolf. Seit 2016 sind nur einige wenige Ausländer dazu gekommen.

Bei der Abholung der Lebensmittel von den Geschäften und bei der Ausgabe bekommt die Tafel Unterstützung durch ehrenamtliche Helfer sowie von Kirchgemeinden, die Erntedankgaben spenden. Trotzdem sind sie stets auf der Suche nach weiteren Helfern, die nach Möglichkeit auch einen Führerschein haben sollten. Außerdem suchen sie stets weitere Geschäfte, die bereit sind, Lebensmittel zu spenden.

0Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.