Telekom kündigt alte Telefonverträge

Der Telefonieanbieter sichert zwar laut eigener Aussage gleichwertige Angebote als Ersatz zu. Verbraucherschützer raten dennoch zum genaueren Hinsehen.

Aue.

Auf dem Eichert in Aue haben Kunden der Telekom in den zurückliegenden Tagen die Kündigung ihres Telefonvertrages von Seiten des Anbieters erhalten. Als Grund nannte das Unternehmen die geänderten Geschäftsbedingungen im Zuge der Umstellung der Telefonanschlüsse auf die neue VoIP-Technik. VoIP steht für "Voice over Internet Protocol" und bedeutet, dass nicht mehr über eine analoge Telefonleitung telefoniert wird, sondern die Sprachübermittlung über eine DSL-Internetleitung hergestellt wird.

Laut Georg von Wagner, Pressesprecher der Telekom, werden die Kunden vorab über einen Zeitraum von drei bis vier Monaten vor der Umstellung informiert. Erfolgt nach mehrfacher Aufforderungen, den neuen Geschäftsbestimmungen zuzustimmen keine Reaktion, sei die Telekom aus juristischen Gründen gezwungen, den Vertrag zu beenden, erklärt von Wagner.

Da die Telekom bereits seit mehreren Jahren an der Umstellung auf die neue Technik arbeitet und diese bis zum Jahresende abgeschlossen haben will, ist auch in den kommenden Wochen noch mit einer größeren Anzahl an Kündigungen zur rechnen. In der Regel werde in solchen Fällen den Kunden ein neuer Vertrag mit besseren Konditionen oder zumindest gleichwertigen Bedingungen geboten, sagt von Wagner. In den meisten Fällen seien die neuen Tarife umfangreicher, qualitativ hochwertiger und auch günstiger.

Kunden der Telekom müssen sich allerdings keine vorzeitigen Kündigungen gefallen lassen, sagt Janine Hartmann, Rechtsexpertin der sächsischen Verbraucherzentrale. Wer einen Vertrag mit einer festen Laufzeit hat, beispielsweise von zwei Jahren, der sich jeweils um ein Jahr verlängert, könne die Kündigung vor Ablauf der Laufzeit zurückweisen, erklärt Hartmann. Ist die Kündigung durch die Telekom rechtmäßig erfolgt, stehen die betroffenen Kunden vor der Wahl, einen neuen Vertrag bei der Telekom abzuschließen oder auf andere Festnetzanbieter zurückzugreifen, falls deren Leitungen anliegen. Ist dies der Fall, rät Hartmann zu einem Vergleich der Angebote.

Aus technischer Sicht ändert sich für die Kunden, die bisher ihren analogen Telefonanschluss ausschließlich für die Telefonie nutzen, nichts. Kunden die zudem einen Internetanschluss der Telekom nutzen, müssen sich jedoch einen VoIP-fähigen Router zulegen. Die Telekom bietet diese Geräte zur monatlichen Miete von 5 Euro an. Meist lohne sich aber der Kauf einen neuen Routers, denn günstige Einsteigergeräte gebe es bereits ab 60 Euro, sagt Hartmann.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
1Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.

  • 1
    0
    Hankman
    06.07.2018

    Ich fürchte, hier stimmt was nicht. Für Kunden, die bisher ihren Telekom-Anschluss nur zum Telefonieren genutzt haben, ändert sich sehr wohl etwas: Sie benötigen ebenfalls jetzt einen VoIP-fähigen Router, an den sie ihr Telefon anschließen müssen (Kauf oder Miete). Das ist generell so bei VoIP. Denn dabei handelt es sich im Prinzip um einen Internetanschluss. Der Router kümmert sich um den Datenverkehr - und damit auch um die Telefonie. Einfach das bisherige Telefon an der TAE-Dose lassen, das wird nichts, fürchte ich.



Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
Mehr erfahren Sie hier...