Tierheim kämpft mit Beschränkungen

Die Corona-Pandemie versetzt die Arbeit des Tierschutzvereins Aue-Schwarzenberg in den Ausnahmezustand. Dabei hatten die Mitglieder so viel vor.

Aue/Schwarzenberg.

Tierisch anstrengend sind die vergangenen sechs Monate für den Tierschutzverein Aue-Schwarzenberg gewesen. So stellte sich der Vorstand fast komplett neu auf und entwickelte Ideen, wie mehr Geld in die klammen Kassen fließen könnte. "Und dann kam Corona", sagt Susanne Trommler. Doch die Vorstandsvorsitzende und ihre rührigen Mitstreiter, die das Tierheim in Bockau trotz allem am Laufen halten, wollen den Kopf nicht in den Sand stecken.

Fakt ist aber: Wenige Tiere, das bedeutet auch weniger Geld. "Wir haben derzeit kaum Pensionskatzen oder -hunde." Auch sonst sieht es mit 30 Stubentigern, drei Hunden und einigen gefiederten Gesellen eher mau aus in der Belegung. "Es läuft mäßig, denn auch alle anderen Pläne, die wir hatten, fielen aufgrund der zahlreichen Einschränkungen im Zuge der Corona-Pandemie ins Wasser", sagt Trommler und denkt dabei unter anderem an das Tierheimfest, das zu Ostern stattfinden sollte. "Auch hatten wir geplant, mit einigen unserer Bewohner Altenheime oder Kindergärten zu besuchen, um den Senioren und Knirpsen eine Freude zu machen und für unsere Arbeit im Tierschutz zu werben." All das jedoch wurde aufgrund der Corona-Krise im Keim erstickt. "Das lässt sich nicht ändern, und wir werden sehen, wie wir das Ganze stemmen können."

Die Arbeit indes ruht nicht. So wird ein Hund betreut, dessen Halter in Quarantäne mussten. "Sie konnten ja nicht mehr mit ihm raus. Also haben wir ihn abgeholt und kümmern uns so lange um ihn, bis er wieder heim kann." Ein anderer Kandidat wartet auf liebevolle Besitzer. "Ein etwa ein Jahr alter Mischling in der Größe eines Schäferhunds", so Trommler. Ein bisschen stürmisch sei der Vierbeiner, habe aber ein gutes Wesen. "Er braucht noch Erziehung und bleibt nicht gern allein. Wir hoffen, dass wir rasch jemand für ihn finden", sagt Trommler. Denn zusätzliche Helfer, die mit den Hunden Gassi gehen, sowie Besucher müssen vorerst draußen bleiben - wegen Corona. "Auch wir versuchen, die Kontakte gering zu halten, wie es alle derzeit tun."

Schmerzlich sei der Rückgang der Anzahl der tierischen Pensions-Gäste. "Die Leute können ja nicht reisen." In der Schublade liege ein Konzept für vertraglich geregelte Umlagen von Städten und Gemeinden für Fundtiere aller Art. Das würde dem 80-köpfigen Verein mehr finanzielle Sicherheit geben, denn der dauerhafte Heimbetrieb samt Nebenkosten und Futter geht ins Geld. "Bisher besteht eine solche Vereinbarung nur mit Lauter-Bernsbach." Weitere wären wünschenswert.

"Aber in der jetzigen Lage haben die Bürgermeister und Ortschefs andere Sorgen. Das muss warten, denn es ist nicht der geeignete Zeitpunkt dafür", sagt Trommler, die aber auch Lichtblicke vermeldet. "Es sind zuletzt viele junge Leute zum Helferkreis dazugekommen." Mit ihnen lassen sich Arbeitseinsätze besser planen. "Wenn sie denn wieder möglich sind. Wir hoffen, das ist bald der Fall."

Aktualisiert wurde nach der Internetseite nun auch der Facebook-Auftritt des Vereins. "Wer sich für unsere Arbeit interessiert, findet alle Infos - und auch Informationen über Fundtiere stellen wir da ein."

Wer den Tierschutzverein Aue-Schwarzenberg unterstützen will, kann dies mit einer Spende aufs Konto DE 86 8705 4000 3820 5126 90 bei der Erzgebirgssparkasse.

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