Wie wird mein Heim sicherer? Polizisten beraten am Mobil

Ermittler sind derzeit auf Präventionstour im Erzgebirge. In Zschorlau ist das Thema Einbruch ein Schwerpunkt gewesen.

Zschorlau/Aue.

Polizeihauptmeister Andreas Pforte freute sich am gestrigen Mittwoch über einen Fan: Der zweijährige Collin hatte das Präventionsmobil der hiesigen Polizeidirektion besucht, das am Einkaufcenter in Zschorlau Station gemacht hatte. "Er ist total verrückt nach allem, was ein Blaulicht hat", verriet seine Mutter. Und so durfte der kleine Mann auch ins Dienstauto der Bürgerpolizisten Jörg Weigelt und Andreas Veit steigen und lauschen, was über Funk gesagt wurde.

"Das gehört zu den schönen Begebenheiten unserer Tour", sagte Pforte und schoss gleich mal ein Bild von der Zschorlauer Familie fürs Tagebuch des Beratungsteams. In dem stehen mit dem gestrigen Tag bereits 20 Stationen, neun folgen noch. Am Montag war man in Schwarzenberg am Busbahnhof. Laut Andreas Pforte fanden dort 18Beratungen statt, bei denen vor allem die Sicherheitsberatung zum Eigenheim, die Enkeltrick-Masche und der Diebstahlschutz für Fahrräder im Mittelpunkt standen.


Die Anfang Juni gestartete Tour gibt es in dieser Form zum ersten Mal. Viele Fragen von Bürgerinnen und Bürgern in Zschorlau drehten sich dabei um das Thema Einbruchsschutz. Das ist das Metier von Polizeihauptkommissar Uwe Nerger. Er kennt die Schwachstellen, die Einbrecher ausnutzen und auf die er bei seinen Beratungen aufmerksam macht. Das sind: Schlüssel stecken lassen oder die Tür nicht richtig verschließen, gekippte Fenster, wegen der Lüftung offen gelassene Kellerfenster oder offene Garagentore.

Die Beamten der Beratungsstelle gehen davon aus, dass viele Eigenheime in der Region vor etwa 20 Jahren errichtet wurden. Es wäre an der Zeit, die Sicherheitsstandards zu überprüfen. Deshalb gibt es das Angebot der Beratungsstelle an Hauseigentümer, das eigene Objekt zusammen mit der Polizei auf Sicherheit abzuklopfen - eine Beratung, die kostenlos ist. Allerdings, so macht Nerger aufmerksam, gibt es für Termine mittlerweile eine Wartezeit von einem Vierteljahr, denn auch durch die Präventionstour sei das Angebot wieder bekannt geworden. "Die Beratungsstelle betreut mit drei Beamten ein Gebiet so groß wie das Saarland", sagte der Polizist dazu entschuldigend. Auch ein Paar aus Johanngeorgenstadt, das am Mittwoch zufällig das Präventionsmobil am ECE in Zschorlau sah und anhielt, will das Angebot nutzen. "Wir wohnen in Grenznähe", nannte die Frau einen weiteren Beweggrund.

Ulrich Jung aus Bockau machte gegenüber den Beamten hingegen seinem Ärger über Telefonterror Luft, dem er seit einiger Zeit ausgesetzt sei. Er hatte eine ganze Liste von Telefonnummern, von denen aus ihn Anrufe erreichen, seit seine Frau verstorben ist. Pforte vermutet, dass hier ausgehend von der Todesanzeige der Telefonanschluss ermittelt wurde. Nun versuchen dubiose Anrufer, dem Bockauer unter anderem einzureden, Verträge zu verlängern, die er niemals abgeschlossen hat. Der Rat der Polizei: Beschwerde bei der Bundesnetzagentur einreichen. Darüber hinaus wird empfohlen, bei unbekannten Nummern gar nicht erst ranzugehen. Hat man es doch getan, sollte man sofort auflegen, wenn das Thema Geld zur Sprache kommt. Denn bittere Erfahrungen musste so mancher Senior schon mit dem Enkeltrick machen.

Das Beratungsmobil steht am Freitag, 9bis 12 Uhr, auf dem Altmarkt in Aue.


Tipps zum Schutz vor kriminellen Machenschaften

Zum Thema Einbruch rät die Polizei, möglichst schon beim Bau eines Hauses Sicherheitsvorkehrungen zu berücksichtigen. Bei bestehenden Gebäuden wird zu einer Sicherheitsanalyse geraten, die Schwachstellen aufdeckt. Ansprechpartner sind jeweils die Fachberater der Polizei.

Zum Thema Betrugsanrufe erläutert Polizistin Jana Kindt: Nie auf Geldforderungen eingehen, das Gespräch beenden und eine Person des Vertrauens hinzuziehen, die Polizei informieren. Diese bitte ihrerseits nie um die Herausgabe von Geld oder Wertgegenständen und rufe niemals unter der Notrufnummer 110 an, die von manchen Betrügern genutzt wird.

Zum Thema Urlaub warnen die Beamten, nicht alle Welt zu informieren, wie lange man wo im Urlaub ist. Weitere Tipps: Das Haus trotz Abwesenheit bewohnt aussehen zu lassen, den Briefkasten regelmäßig leeren lassen und die Alarmanlage beim Wachschutz aufschalten lassen.

Die polizeiliche Beratungsstelle befindet sich in Chemnitz, Brückenstraße 12. Sprechtag ist jeweils dienstags und donnerstags von 9 bis 12 und von 13 bis 15 Uhr, Ruf: 0371 872990. (af)

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