Wirbel rund ums Wahrzeichen

Es sind gleich fünf umfangreiche Vorhaben, die derzeit in Schwarzenberg laufen und ein Ziel verfolgen: Das Areal um Schloss und Kirche soll künftig zum Verweilen einladen.

Schwarzenberg.

Überall stehen Bauzäune, Absperrungen, Betonmischer, dazwischen Paletten voller Pflastersteine sowie ein großer Kran. Reges Baugeschehen blockiert derzeit einen Teil der Stellflächen auf dem Hammerparkplatz in Schwarzenberg. Obwohl jede Baumaßnahme für sich schon eine Herausforderung darstellt, so sind es genau genommen in Summe fünf große Vorhaben, mit denen die Stadtverwaltung ein Ziel verfolgt: Die Aufwertung des Areals rund um das Schloss sowie des Parkplatzes. Bis Ende August soll alles fertig sein. "Sowohl die Bürger als auch die Gäste unserer Stadt sollen sich künftig hier wohl und willkommen fühlen, wenn sie ankommen und aus dem Auto steigen", sagt Oberbürgermeisterin Heidrun Hiemer (CDU). Es sei mit einer durchaus kostspieligen, aber nachhaltig wirksamen Kosmetik vergleichbar, die das Wahrzeichen der Stadt momentan erfährt.


Der Schlosspark ist mit geplanten Kosten in Höhe von 1,2 Millionen Euro größter "Brocken" der laufenden Sanierung. Bereits 2018 begann die gemeinsame Maßnahme mit dem Landkreis, denn der ist Eigentümer der Immobilie und Liegenschaft Schloss Schwarzenberg. Nach dem notwendigen Auslichten des dicht bewachsenen Felsgeländes ist die Firma Rüdiger derzeit dabei, die Wegestruktur zu überarbeiten, neue Stützmauern, Geländer und Treppen zu setzen. Auch Aussichtspunkte wurden wieder freigelegt, um vom Schlosspark aus Sichtbeziehungen und schöne Ausblicke auf die Stadt zu ermöglichen. Bei einem Rundgang über die Baustelle für Vertreter der Medien wurde bereits jetzt deutlich, dass sich gerade die Aussichtspunkte wie auch der neu, jedoch nach historischer Vorlage angelegte Kräutergarten bestimmt als Besuchermagnete erweisen werden. Gepflanzt, gepflegt und genutzt werden die Kräuter des Gartens von Mitarbeitern des benachbarten Seniorenheims "Schlossberg". Über dessen Hof wird zudem ein neuer und barrierearmer Zugang in den Park geschaffen. "Damit auch die Bewohner des Hauses die wundervolle Anlage und den Ausblick genießen können", erklärt Hiemer. Massive Bänke entlang der neu geschaffenen Wege laden künftig zum Verweilen ein. Dieser Zugang zum Park werde jedoch abends geschlossen. Ein weiterer Zugang zum Schlosspark ist gegenüber dem Finanzamt zu finden.


Kunstobjekte, die während des internationalen Kunstsymposiums "Schnittstelle" 2016 unterhalb des Schlosses entstanden sind, werden alsbald den Schlosspark bereichern. Das geht auf eine Idee und die Initiative des Vereins der Schwarzenberger Kunstfreunde zurück. Die ersten beiden Kunstobjekte stehen bereits. Weitere sollen folgen. Es werde aber bewusst darauf verzichtet, spezielle Fotopunkte auszuweisen, das habe eine Begehung mit dem Schwarzenberger Fotografenmeister Christoph Weigel ergeben. Der Park werde zahlreiche Fotomotive bieten, die jeder selbst für sich entdecken sollte.


Die gekippte Werkslok auf dem Hammerparkplatz ist in den zurückliegenden Wochen mit einem neuen Farbanstrich versehen worden. Sie erinnert an die Industrieausstellung "art technica" im März 2015 und markiert zugleich den Schnittpunkt des Eisenbahnlehrpfads "Alte Eisenbahn in Schwarzenberg". Die Lok aus dem Jahr 1962 gehört dem Verein Sächsischer Eisenbahnfreunde, der das Ausstellungsstück als Dauerleihgabe der Stadt überlassen hat. Dass einst die Eisenbahn unmittelbar durch den Tunnel unterm Schloss fuhr, soll demnächst auch die Gestaltung der mächtigen Tunneltür widerspiegeln. Darauf dürfen die Schwarzenberger ebenso gespannt sein, wie auf die Neugestaltung des Umfelds der alten Lok mit Sitzmöbeln und neue Beleuchtung. Auch die gesamte Ausschilderung soll erneuert und auf das stadteinheitliche, moderne Infosystem umgestellt werden. An der Lok werde ein neues Pultschild mit erklärenden Texten aufgestellt. Ein Übersichtsplan, genau gegenüber der Talstation des Schrägaufzugs platziert, soll Gästen den Weg weisen. Der Uferbereich zum Schwarzwasser wird im Zuge der laufenden Bauarbeiten ebenfalls aufgewertet. Neben einer Uferbefestigung und dem Verlegen neuer Kappensteine auf der Ufermauer werden jetzt Fundamente für Spielgeräte und Sitzelemente eingelassen. Für diese Aufwertung sind Kosten in Höhe von 376.000 Euro veranschlagt, gefördert mit Bund- und Landesmitteln.


Der Kirchsteig - für all jene, die körperlich aktiv in die Altstadt von Schwarzenberg aufsteigen wollen, statt bequem mit dem Schrägaufzug zu fahren - wird derzeit ebenfalls saniert. Sowohl die Treppen als auch die Stützmauern der Grundstücke hätten nicht mehr die geforderte Sicherheit geboten, heißt es. "Die Stützmauern stehen dort ohne Gründung", so Stefanie Etzold vom Bauamt der Stadt. Nun werden diese durch Sicherung mit großen Zugankern im Hintergrund fixiert, und die Steine der Mauern mit Mörtel neu verfugt. Beauftragt mit dieser schwierigen Aufgabe wurde die Firma Manfred Uhlig aus Crottendorf. Der große Baukran auf dem Hammerparkplatz ist dafür da, die 108 Steinstufen für die neue Treppe auf den insgesamt gut 63 Metern in Position zu bringen. Bis Mitte nächster Woche, so der Zeitplan, soll der Kirchsteig fertig und begehbar sein. Kostenpunkt: rund 226.000 Euro.


Der Schrägaufzug, der vom Hammerparkplatz nach oben zum Schloss fährt, wird - sobald der Kirchsteig fertig und begehbar ist - außer Betrieb genommen. Momentan ist dies für den 16. Juli vorgesehen. Dann ist eine wahrlich spektakuläre Aktion geplant. Denn mithilfe des Krans soll die Kabine des Schrägaufzuges von der Laufspur abhoben und verladen werden. "Wahrscheinlich bis Mitte August muss der Schrägaufzug pausieren", erklärt Hiemer. Dazu reisen erneut die Fachleute der Schweizer Firma Innauen Schätti an. Geplant sei neben notwendigen Wartungsarbeiten an der Anlage auch die Rundum-Erneuerung der Kabine, die nicht zuletzt durch Vandalismus seit einigen Wochen eine zersprungene Frontscheibe hat. Die Kabine wird bei der Firma Car-Lack in Schwarzenberg frisch gespritzt. Kosten: 42.000 Euro. Immerhin sind es nun zehn Jahre, in denen der Schrägaufzug seinen Dienst verrichtet. Gebrauchsspuren bleiben da nicht aus. Bislang stehen für die Bergbahn mehr als 615.500 Fahrten zu Buche; eine Gesamtstrecke von 29.000 Kilometern. Mitte August soll der Aufzug dann wieder in Betrieb gehen.

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