Wo Aue bis 2022 investiert - und wo nicht

In den nächsten Jahren wird sich in dem Stadtteil einiges tun. Es gibt Geld für Kitas, Sportstätten und vieles mehr. Der alte Clemens-Winkler-Klub soll aber leer ausgehen.

Aue.

Mehr als 24 Millionen Euro: Diese Summe will die Große Kreisstadt Aue-Bad Schlema bis zum Jahr 2022 allein im Stadtteil Aue investieren. Einen Ausblick auf Baumaßnahmen und Anschaffungen hat der Kämmerer Jürgen Fischer in der jüngsten Sitzung des Ortschaftsrats Aue gegeben. Er stellte den Räten den Entwurf des sogenannten Investitionsprogramms vor.

Infrastruktur: Eine beträchtliche Summe will die Stadt demnach für Straßenbau ausgeben. 530.000 Euro fließen im aktuellen Haushaltsjahr allein in die Erneuerung der Kobaltstraße. Ein weiteres Großprojekt ist der Ausbau des Eisenbrückenwegs (rund 450.000 Euro).


Einen Investitionsbedarf gibt es laut Fischer auch beim städtischen IT-Netz, das erneuert werden soll. Konkret geplant sind etwa eine größere Serverkapazität, neue Telefonanlagen im Rathaus sowie der Kauf von Software-Lizenzen. Kosten: fast 100.000 Euro. Bis zum Jahr 2021 sind zudem jährlich 5000 Euro für den Ersatz alter Möbel eingeplant.

Werbung: Auch eine eher kuriose Ausgabe findet sich in dem Investitionsprogramm: So sind 8500 Euro in diesem Jahr für eine neue Infotafel vorgesehen, die an der Autobahn 72 kurz vor der Abfahrtsstelle Aue-Hartenstein stehen und auf eine bekannte Sehenswürdigkeit der Stadt hinweisen soll: die Friedenskirche. An gleicher Stelle stand dort bereits seit Jahren ein solches Schild; ein Autofahrer fuhr es nun aber um. Jürgen Fischer sagt dazu: "Das Schild ist für das Stadtmarketing sehr wichtig. Wir müssen es schnell ersetzen, sonst kommt ein anderer und schnappt sich den Platz."

Sport und Soziales: Viele Millionen sollen in den Bereich Schulen, Kindergärten und Sportstätten fließen. So sind für die Kita Abenteuerland bis zum Jahr 2021 gut 1,9 Millionen Euro eingeplant. Zuletzt hatte es Ideen gegeben, nach denen die Einrichtung in leerstehende Räume der Pestalozzi-Grundschule an der Bundesstraße 101 ziehen soll.

Weitere 200.000 Euro hat die Stadt dieses Jahr fürs Erzgebirgsstadion eingeplant - es ist die letzte Rate der sogenannten Stadionmillion. Laut Fischer ist die Zahlung bereits überwiesen. 2020 solle dann noch einmal ein weiterer, kleinerer Betrag folgen: 35.000 Euro für die Arbeiten am Vorfeld der Arena.

Eine der größten Investitionen mit über 5,4 Millionen Euro ist derzeit der Neubau des Sportzentrums auf dem Gelände des ehemaligen Auer Bahnbetriebswerkes. Nach einem Jahr Bauzeit ist aus der Luft das künftige Sportareal schon gut zu erkennen.

Investiert werden soll auch im Zoo der Minis. Dieses Jahr stehen im Investitionsplan rund 125.000 Euro zur Verfügung. Finanziert wurde damit bereits der Bau eines neuen Kassenautomaten, geplant ist noch eine neue Scheune. In der soll künftig das Futter für die Tiere gelagert werden. "Wir hätten die Scheune am liebsten schon gestern gebaut", sagt Zooleiter Christian Schroller. Bisher müssten die bis zu 15 Kilogramm schweren Bündel mit Heu auf den Dachboden gehievt werden, wo sie lagern - eine körperlich schwere Arbeit. Wann das Bauprojekt startet, ist offen. "Wir schieben es schon seit Jahren."

Wirtschaft und Bauhof: Für die Erschließung des neuen Gewerbegebietes am Bahnhof stehen für 2019 mehr als 1,7 Millionen Euro im Plan, 2020 sind es 105.000 Euro.

Mehr als 275.000 Euro will die Stadt zudem bis 2022 an den Zweckverband Muldetalradweg zahlen. Für den Betriebshof stehen bis 2020 wiederum rund 300.000 Euro bereit. Damit werde der Kauf einer neuen Kehrmaschine finanziert, sagt Kämmerer Fischer.

Stadtentwicklung: Kein Geld eingeplant ist überraschend für die Sanierung der früheren Loge "Zu den drei Rosen", in der DDR bekannt als "Clemens-Winkler-Klub". Und das, obwohl sich der Stadtrat in der Vergangenheit bereits mehrfach für die Sanierung des bedeutsamen Gebäude an der Schneeberger Straße ausgesprochen hatte. So gab es im Sommer 2018 sogar Pläne, das Haus Schritt für Schritt bis 2022 zu sanieren. Die damalige Kostenschätzung: rund 2,4Millionen Euro.

Nun heißt es jedoch: Vor 2022 tut sich wohl nichts. Die SPD-Politikerin Claudia Ficker kritisierte das in der Ratssitzung deutlich: "So lange wird das Gebäude nicht durchhalten." Es brauche dringend Sicherungsarbeiten. Als Nutzungsidee für die Loge stand zuletzt die Einrichtung eines Trauzimmers und einer Bibliothek zur Debatte.

Kämmerer Fischer verweist indes auf die vielen anderen Investitionen und die angespannte Haushaltslage. Denn durch den Zusammenschluss mit Bad Schlema habe die neue Große Kreisstadt auch die Schulden des Kurortes geerbt. "Im Moment ist alles ausgereizt." Eine Sanierung sei nur mit der Aufnahme neuer Schulden machbar. Darüber entscheiden müsse letztlich der neue Stadtrat.

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