Abenteurer stranden mit ihrem Bulli bei Lauta

Weil die Kühlung streikte, fiel der Urlaubstrip kürzer aus als geplant. Die beiden Ungarn sind dennoch glücklich.

Marienberg.

Alles im Leben hat einen tieferen Sinn. Davon sind Bácint Nagy und Gellért Gróf überzeugt. Ein Räucherstäbchen nebelt im alten Volkswagen Bulli vor sich hin, während die beiden Kühlwasser suchen und nebenbei ihr Gepäck sortieren. "Ohne Panne hätten wir hier keinen Stopp gemacht", sagt Bácint Nagy, der sich über die Zwangspause auf einer kleinen Straße nahe Lauta freut. Gemeinsam wollen sie nun kurzerhand noch mit ihrem blauen Bulli durch Marienberg rollen. "Wir waren noch nie hier, finden es aber sehr schön."

Rund 2500 Kilometer haben die gebürtigen Ungarn, die im slowakischen Grenzgebiet leben, schon hinter sich gebracht. Nun sind sie im Erzgebirge angekommen. "Wir wollen weiter nach Prag", sagt Gellért Gróf. Auf seinem Handy zeigt er die Route. Die grobe Richtung kennen die beiden. Ein Navigationsgerät oder eine Straßenkarte brauchen sie nicht. Anfang Juli sind sie von der Slowakei aus gestartet. Gemeinsam wollten sie bis ins Vereinigte Königreich fahren und später nach Spanien. Doch in den Niederlanden war Schluss. Der Bulli streikte.

Nun bereitet das Kühlsystem erneut Probleme. Mit einem Metalrohr hat Bácint Nagy es provisorisch geflickt. Kabelbinder halten die angerostete Technik zusammen. "Wir mussten alle 100 Kilometer anhalten, die Kühlung kontrollieren und Wasser nachfüllen - wie jetzt in Lauta. Ich habe den Bulli erst vor ein paar Monaten gekauft, um mit ihm herumzureisen", berichtet der 25-Jährige. Er sei abgesehen vom leckenden Kühlsystem in einem recht guten Zustand.

Nach Großbritannien und nach Spanien haben es die beiden Abenteurer zwar nicht geschafft. Aber dafür erlebten sie viele andere besondere Momente. So verbrachten sie auf ihren Weg durch Deutschland mehrere Nächte auf einer Farm. Der Besitzer wollte helfen und lud Bácint Nagy, der in seiner Heimat als Steinmetz arbeitet, und Gellért Gróf, er studiert Forstwirtschaft, sogar zum Frühstück ein. "Die Familie war unheimlich nett zu uns."

In anderen Orten stoppten sie auf Zeltplätzen oder teils auf Flächen am Straßenrand, auf denen übernachtet werden dufte. Bei Letzteren gab es zwar keine Duschen, aber die beiden Abenteurer störte das nicht. "Wir haben schließlich eine Campingdusche dabei", so Nagy. Sie lässt sich flexibel nutzen. Auch Lebensmittel sowie Geschirr führen sie im Bulli mit sich. Und wenn sie auf Toilette müssen? Dann tut es schon mal ein nahegelegener Wald.

In wenigen Tagen wollen sie zuhause sein, sofern ihr Volkswagen mitspielt. Damit endet der Straßentrip. Im kommenden Jahr werden sie jedoch erneut quer durch Europa fahren, zumindest lautet so der momentane Plan. Und auch ins Erzgebirge wollen sie noch einmal zurückkehren. Vielleicht sogar für eine kleine Extrarundreise.

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