AfD-Antrag abgeschmettert: Stadtrat hält am neuen Depot fest

Die Fraktion will den Neubau der Feuerwehr in Pockau überprüfen lassen. Die große Mehrheit der Volksvertreter sieht das anders. Trotzdem gab es reichlich Diskussionen.

Pockau-Lengefeld.

Dieser Antrag birgt Zündstoff. Vor allem für die freiwilligen Feuerwehren von Pockau-Lengefeld. Entsprechend groß ist das Interesse der Kameraden an der jüngsten Stadtratssitzung am Dienstagabend im Lengefelder Rathaus gewesen. Dort sollten die Volksvertreter darüber abstimmen, ob ein neues Depot in Pockau notwendig ist. Denn die AfD hinterfragt das Millionenprojekt.

In einem entsprechenden Antrag fordert die dreiköpfige Fraktion, dass die Notwendigkeit eines Neubaus überprüft werden soll. Fraktionschef Rainer Süß erläuterte, dass Feuerwehren zwar wichtig sind und er sich nicht gegen Investitionen in Gerätehäuser stelle. Ihm gehe es um die Dringlichkeit. "Wir sollten uns als Stadträte die Mühe machen, die Ortswehren anzuschauen und nach Bedürftigkeit zu entscheiden", sagte Süß. Er findet, dass die kleineren Ortswehren benachteiligt werden. In das Depot in Reifland sollte viel dringender investiert werden.

Stadtwehrleiter Gerd Uhlmann verfolgte selbst die Sitzung - und wies die Vorwürfe der Ungleichbehandlung entschieden zurück. Zum Stadtgebiet gehören acht Feuerwehren. Damit möglichst alle Interessen und Wünsche Berücksichtigung finden, wurde 2016 eine gemeinsame Stadtwehrleitung gegründet. Das Gremium habe die Probleme aufgenommen, eine Prioritätenliste erstellt und die Reihenfolge der notwendigen Investitionen an die Stadtverwaltung übermittelt. Es gebe beim Thema Brandschutz großen Handlungsbedarf. "Für uns ist ein neues Depot in Pockau am dringendsten. Danach muss als nächstes das Gerätehaus in Reifland angegangen werden", so Uhlmann. Dabei sei nicht die Größe der Ortswehr entscheidend. Pockau habe aus anderen Gründen Vorrang. Der aktuelle Standort befindet sich im Hochwassergebiet. 1999 und 2002 hatte das Depot schon zweimal unter Wasser gestanden. Deshalb soll nun der Neubau an anderer Stelle unweit der Zentralhaltestelle erfolgen. Obendrein diene die künftige Pockauer Wehr als Zentrale innerhalb des neuen Sirenenkonzepts zur Alarmierung im Stadtgebiet, ergänzte Uhlmann.

Bürgermeister Ingolf Wappler (CDU) bestätigte, dass schon vor Jahren die Entscheidung getroffen worden sei, dass Pockau ein neues Gerätehaus erhält. Zudem wehrte er sich auch gegen eine weitere Behauptung von Süß, wonach die veranschlagten Kosten nicht stimmen und mindestens zwei Millionen Euro benötigt werden. Laut aktuellem Planungsstand rechne die Verwaltung - wie angegeben - mit 1,6 Millionen Euro für das Projekt.

Auch Ronny Schmidt-Preißler von der Fraktion Freie Wähler/ SPD/Die Linke sprach sich für die Pläne aus, zumal ihm kein Gegenwind aus den Ortsteilen bekannt sei. Zudem sollte die Prioritätenlisten der Stadtwehrleitung nicht in Frage gestellt werden. Das sieht Ehrenfried Lorenz von der CDU genauso, schließlich sei die Festlegung von den Kameraden und damit von Experten getroffen worden. Letztlich stimmte Rainer Süß als einziger für den AfD-Antrag. Selbst Fraktionskollege Kai Müller lehnte es ab, dass die Notwendigkeit des Baus überprüft werden soll. Johannes Thierfelder, dritter AfD-Stadtrat, fehlte aus gesundheitlichen Gründen.

Damit können die Planungen für das Depot in Pockau weiter vorangetrieben werden. Ein möglicher Baustart kann erst nach Eingang des Fördermittelbescheids genannt werden. Und apropos Gleichbehandlung: Drei der vier künftigen Stellplätze im neuen Gerätehaus finanziert die Stadt, den vierten wiederum die Pockauer Feuerwehr. Genauso sei es auch beim 2015 eingeweihten Neubau in Lengefeld gehandhabt worden, bestätigten Wappler und Uhlmann.

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