Als die Großeltern Kinder waren: ein spielerischer Blick zurück

Eine Ausstellung im Pferdegöpel in Lauta erinnert nicht nur an die Spielzeugherstellung im Raum Grünhainichen. Sie erzählt auch von der Vorbereitung der Jüngsten auf das spätere Arbeitsleben.

Lauta.

Zwar sind es noch reichlich acht Wochen bis Weihnachten. Die Museen der Region eröffnen aber bereits jetzt nach und nach Sonderausstellungen, die über den Jahreswechsel hinweg bis ins Jahr 2021 zu sehen sind. Ab dem heutigen Samstag ist im Pferdegöpel im Marienberger Ortsteil Lauta eine Ausstellung zu erleben, bei der Spielzeug aus vergangener Zeit im Mittelpunkt steht.

Zu sehen sind hunderte Exponate, die in der Zeit zwischen 1880 und den 1970er-Jahren zum Großteil in Grünhainichen, Borstendorf, Waldkirchen und Börnichen industriell hergestellt wurden. Sie geben einen Einblick, wie vielgestaltig das Produktionssortiment in dieser Region - neben Seiffen einst bedeutender Spielzeugwinkel im Erzgebirge - war. Hergestellt wurden dort beispielsweise Puppenhäuser und Kaufmannsläden, Holzeisenbahnen, Spielzeugautos, Massefiguren, Holzbaukästen, Dampfmaschinen oder auch Musikinstrumente wie etwa Kinderklaviere.

Zusammengetragen und für die Ausstellung zur Verfügung gestellt haben die Exponate sechs in der Region beheimatete Sammler, zu denen auch der jetzt in Chemnitz lebende Steffen Claas gehört. "Ich stamme aus Grünhainichen, mein Urgroßvater war Spielwarenmacher, und auch ich habe den Beruf ursprünglich erlernt", so der 55-Jährige, der sich intensiv mit der Spielwarenherstellung vergangener Tage beschäftigt. Insgesamt hätten die Kinder im Vergleich zu heute damals weniger Spielzeug besessen. Vieles von dem, was jetzt im Pferdegöpel ausgestellt ist, blieb in vergangenen Zeiten für Kinder ein Traum, den sie nur im Schaufenster eines Ladens bewundern konnten. Das wenige eigene Spielzeug musste zudem oft mit Geschwistern geteilt werden. Oder Spielsachen der älteren Geschwister wurden für die Jüngeren kurzerhand mit neuer Farbe oder Puppen mit neuen Kleidern versehen. Zudem, so Claas weiter, war das Spielzeug nicht nur zum Spielen da war. Es sollte auch schon auf das spätere Arbeitsleben vorbereiten. Darum habe es für die Mädchen zum Beispiel kleine Herde, Bügel- und Waffeleisen gegeben - vieles voll funktionstüchtig. Auch die Zeit zum Spielen war, aufgrund von Verpflichtungen in Haus, Hof und Werkstatt oft knapper bemessen als heutzutage. "Einige der Spielsachen, wie etwa Puppenstuben oder Kaufmannsläden, spiegeln in ihrer Einrichtung und im Angebotssortiment die Lebensweise der damaligen Zeit wider", erklärt Steffen Claas.

Die Ausstellung "Als unsere Großeltern Kinder waren - Spielzeug aus vergangener Zeit" ist bis 5. April im Besucherbergwerk Pferdegöpel zu sehen. Geöffnet ist von Dienstag bis Sonntag sowie an Feiertagen von 10.30 bis 16.30 Uhr. Am 24. und 31. Dezember ist geschlossen.

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