Amt lenkt ein: Straßendecke wird erneuert

Der anhaltende Protest der Neuhausener scheint Wirkung zu haben. Nun sollen marode Abschnitte der Staatsstraßen im Ort kurzfristig auf Vordermann gebracht werden.

Neuhausen.

Der marode Zustand der Staatsstraßen 211 und 207 in Neuhausen sorgt immer wieder für Kritik in der Öffentlichkeit. Doch trotz der sich seit Jahren verschlechternden Situation steht ein konkreter Termin für die Sanierung nicht fest - und das, obwohl die Erzgebirger mit ungewöhnlichen Aktionen auf den Flickenteppich aufmerksam machen. Dazu gehörte unter anderem ein Film über den Straßenzustand, aufgenommen von einer Drohne, den Neuhausens Bürgermeister Peter Haustein (parteilos) an Sachsens Ministerpräsident Michael Kretzschmer CDU übergab.

Doch nun scheint Bewegung in das Thema zu kommen. Nach den Worten des Neuhausener Bürgermeisters sollen die schlimmsten Straßenabschnitte der S 211 und 207 innerorts von Neuhausen in diesem Jahr eine neue Deckschicht erhalten. "Nach Aussagen des Landesamtes für Straßenbau werden 70 bis 80 Prozent der beiden Straßen großflächig abgefräst und mit einer vier Zentimeter dicken Deckschicht versehen", erklärte Peter Haustein.

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Das bestätigte Isabel Siebert, die Sprecherin des Landesamtes für Straßenbau und Verkehr. "Durch interne Umschichtungen konnten kurzfristig Mittel zur Beseitigung der dringlichsten Schäden bereitgestellt werden", erklärte sie. Ziel dieser nun anberaumten Maßnahme sei es, die Befahrbarkeit kurzfristig zu verbessern. Die Reparatur soll "auf noch genau festzulegenden Bereichen" erfolgen, heißt es aus der Behörde.

Bürgermeister Haustein spricht davon, dass die Straßenabschnitte mit der neuen Deckschicht wieder etwa vier bis fünf Jahre halten werden. "Das Landesamt für Straßenbau kündigte an, im Mai ausschreiben zu wollen, damit etwa ab Mitte August gebaut werden kann", erklärte Peter Haustein. Zuvor solle es für genaue Absprachen einen Termin in Neuhausen geben.

Derart konkrete Aussagen jedoch wollte Landesamtssprecherin Isabel Siebert nicht machen. Sie sprach auf "Freie Presse"-Nachfrage lediglich davon, dass es während der Arbeiten "im Sommer zu Sperrungen der betroffenen Straßenabschnitte kommt". Nach ihren Worten sind die vorgesehenen Reparaturen nicht großräumig, es handele sich um Instandsetzungen. "Geplante Erhaltungsmaßnahmen werden damit nicht ersetzt", erklärt sie. Doch erst mit der genauen Aufnahme der Reparaturbereiche könnten die Kosten für die aktuell vorgesehenen Maßnahmen beziffert werden. Laut Landesamt wird der Reparaturaufwand in der Ortslage Neuhausen auf rund 10.000 Quadratmeter geschätzt.

Aus Sicht von Bürgermeister Haustein kann sich durch die angekündigte Reparatur die Straßensituation in Neuhausen vorerst etwas beruhigen. Dabei war ein Besuch Ende April im Wirtschaftsministerium in Dresden, bei dem ebenfalls Vertreter des Landesamtes für Straßenbau und Verkehr anwesend waren, für den Bürgermeister und die Neuhausener Gemeinderäte Marcus Jehmlich und Uwe Löschner eher enttäuschend gewesen. Damals hatten sie laut Haustein nichts erreichen können. Zwar sei in Dresden bekannt, in welchem Zustand die Erzgebirgsstraßen sind, doch Sanierungstermine seien weder genannt, noch angedeutet worden.

Klar war jedoch bei diesem Gespräch bereits, dass es Mitte Mai eine Besichtigung durch Vertreter des Landesamtes für Straßenbau geben werde, um sich aktuell zu informieren. Trotz der nun angesprochenen Deckschicht-Reparatur gehen die Neuhausener davon aus, dass dies nur eine Übergangslösung sein kann. "Für mich ist zudem eine ständige Flickerei auf lange Sicht wirtschaftlich überhaupt nicht vertretbar", sagte Gemeinderat Marcus Jehmlich.

Nach Meinung der Neuhausener fehlten neben Finanzen auch Planungs- und Baukapazitäten für die Projekte im Freistaat.

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