Anwohnerin kritisiert Verkehrszählung

Die direkte Durchfahrt durch die Marienberger Innenstadt ist gesperrt. Trotzdem lässt die Stadt den Verkehr zählen. Das sorgt für Kopfschütteln, zumal es wegen der Straße schon Ärger gab.

Marienberg.

Susanne Ramisch wohnt direkt an der Freiberger Straße in Marienberg. Was sie und andere Anwohner stört: der Lärm. Täglich rollen Tausende Autos und Lkw vor ihrer Haustür vorbei. Dass die Belastung durch die Verkehrsentwicklung an der B 101 regelmäßig kontrolliert wird, sei daher wichtig. Dass die Stadt ausgerechnet jetzt den Verkehr an der viel befahrenen Straße zählen lassen hat, löst bei ihr jedoch Unverständnis aus.

Die gesammelten Daten würden die tatsächliche Verkehrsbelastung nicht widerspiegeln, sagt Ramisch. Grund: Die direkte Durchfahrt durch die Marienberger Innenstadt ist derzeit nicht möglich. Wegen der Vollsperrung der Annaberger Straße im Bereich des Einkaufsgebiets an der Hanischallee wird der Verkehr von und nach Großrückerswalde umgeleitet. Auf den Autoverkehr an der Freiberger Straße habe die Einschränkung kaum Auswirkungen. "Allerdings nutzen deutlich weniger Lkw diese Route", betont die Marienbergerin. "Vom Bundesumweltamt erhielt ich die Aussage, dass die Zählung nicht rechtskräftig ist und in den nächsten Lärmaktionsplan nicht einfließen kann", so Ramisch.


Das werden die Daten auch nicht, entgegnet Stadtsprecherin Gisela Clausnitzer. Sie erklärt, dass die Verkehrszählung vom 21. bis 28. Juni ausschließlich zu statistischen Zwecken für die Straßenverkehrsbehörde der Stadt erfolgt ist. Die Kollegen in der Verwaltung benötigen für ihre Arbeit immer wieder Verkehrsdaten - für die Schulwegplanung, die Arbeit der Unfallkommission und für das Überprüfen von veränderten Verkehrsströmen durch Umleitungen, so Clausnitzer.

Es ist nicht das erste Mal, dass Ramisch die Arbeit der Stadt in Bezug auf den Verkehr an der Freiberger Straße kritisiert. Sie bemängelt, dass der im Oktober beschlossene Lärmaktionsplan, zu dem die Stadt aufgrund der Verkehrsbelastung entlang der B 171 durch die Innenstadt verpflichtet ist, keine Maßnahme zur Lärmminderung enthält. Oberbürgermeister André Heinrich sagte in der Stadtratssitzung, dass auf Anregung einer anderen Anwohnerin zumindest eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf Tempo 30 in dem Bereich vom Markt bis zur Herzog-Heinrich-Grundschule geprüft wird.

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