Apfelbestimmer bekommt echte Seltenheit auf den Tisch

Manfred Schrambke hat gestern in Pobershau viel Obst unter die Lupe genommen. Ein besonderer Fund dabei: der Weiße Winterkalvill.

Pobershau.

2016 ist wieder einmal ein richtiges Apfeljahr, meint Heike Rossa, Geschäftsführerin des Landschaftspflegeverbandes Zschopau-/Flöhatal. Der konnte denn auch gestern 108 Apfelsorten in der Naturschutzstation Pobershau präsentieren - alle aus der Region.

Doch die etwa 400 Besucher schauten nicht nur die Äpfel an, sondern ließen auch Sorten bestimmen. Eine Gelegenheit, von der viele der Besucher Gebrauch machten. Manfred Schrambke, Obstsortenbestimmer aus Chemnitz, kommt seit 2006 immer am 3. Oktober nach Pobershau. Auch gestern bildete sich am Stand des Apfelkundlers bereits vor 10 Uhr eine Warteschlange.

Bei der Bestimmung eines Apfels geht der Fachmann immer nach einem Schema vor: Zunächst werden die äußerlichen Merkmale wie Form und Farbe in Augenschein genommen, danach die inneren. Dazu zählen unter anderem das Schnittbild sowie die Farbe und Beschaffenheit des Fruchtfleischs. Das Schnitt- bild wird bei Bedarf mit den Aufzeichnungen Schrambkes abgeglichen.

Wesentliches Bestimmungsmerkmal einer Apfelsorte sind die Kerne. In einer Sammlung hat Schrambke über 400 zusammengetragen, die ihm bei der Bestimmung helfen. "Äpfel sind für mich Kulturgut. Deshalb komme ich immer wieder gern ins Gebirge, weil dort noch viele alte Sorten vorhanden sind. Heute hatten wir hier eine große Rarität: einen Weißen Winterkalvill. Die Sorte wurde vermutlich vor 1600 in Frankreich gezüchtet."


Ein Baum - drei Sorten

Gunter Maukisch (60), Forchheim: "Ich habe drei Bäume auf dem

Grundstück - aber fünf Apfelsorten. Auf einem der Bäume wachsen

drei verschiedene Sorten. Alle

haben einen unterschiedlichen

Geschmack - von süß bis leicht

säuerlich. Den größten Teil der

Ernte verbrauchen wir selbst. Ein paar Äpfel werden verschenkt. Mit einigen füttere ich im Winter die

Amseln."


Eher kein Apfelwein

Tobias Pilz (59), Cranzahl: "Ich habe zehn Apfelbäume, die ich selbst beschneide und pflege. Auch deshalb tragen sie in diesem Jahr wieder reichlich. Geschmacklich bieten mir die Sorten ein breites Spektrum, sind aber alle sehr saftig. Die Ernte verbrauchen wir selbst. Am liebsten essen wir die Äpfel frisch. Vor einiger Zeit habe ich mal versucht, Apfelwein herzustellen. Der Erfolg war mäßig, darum hab ich das gelassen."


Alles wird selbst verbraucht

Werner Niebsch (78), Olbernhau: "Ich habe vier Apfelbäume in meinem Garten, die alle sehr gut wachsen und auch viele Früchte tragen. Drei Bäume sind sehr alte Sorten, die ich namentlich nicht kannte. Jetzt habe ich sie bestimmen lassen. Der Geschmack der Früchte reicht von süß bis säuerlich. Sehr saftig sind sie alle. Alle Äpfel verbrauchen wir selbst: Teilweise lassen wir Saft machen, kochen Marmelade oder essen sie einfach so."

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