Aus gutem Holz geschnitzt

Die Erzgebirgischen Jugendkulturtage haben zum 26. Mal stattgefunden. Der Sohn eines Bundestagsabgeordneten überzeugt mit einer ganz besonderen Arbeit.

Annaberg-Buchholz/Schneeberg.

Im Foyer des Museums für bergmännische Volkskunst herrschte jüngst dichtes Gedränge. Zahlreiche Mädchen und Jungen waren der Einladung zur Ausstellungseröffnung der Jugendkulturtage gefolgt, die mit der Preisverleihung gekoppelt war. Zum Teil wurden sie von ihren Eltern, Großeltern oder Zirkelleiter begleitet. Umso erstaunlicher war es, dass ausgerechnet von der Klöppelgruppe aus Schneeberg, die mit ihrem Rosenmontagsumzug den 1. Platz belegte, kein Vertreter beim Heimspiel anwesend war. Auch einige andere Preisträger fehlten. "Das hat bestimmt etwas mit den Osterferien zu tun. Normalerweise ist das anders", sagte Gabriele Lorenz, die Vorsitzende des Erzgebirgsvereins.

Die Erzgebirgischen Jugendkulturtage sind die große Nachwuchsveranstaltung des Erzgebirgsvereins in den Bereichen Schnitzen und Klöppeln, aber auch Mundart und Musik. An zwei Tagen wetteiferten die Talente miteinander.


Etwa 50 Exponate, rund 30 Schnitzereien und 20 Klöppelarbeiten, wurden diesmal eingereicht - ein kleiner Rückgang, wie Jurymitglied Jens Lasch erklärte. Für Lorenz ist dieser leichte Rückgang kein großes Problem: "Das kann im kommenden Jahr schon wieder ganz anders aussehen." Zu den anwesenden Preisträgern gehörte Josua Krauß aus Schneeberg, der seinen Vater, den Bundestagsabgeordneten Alexander Krauß, aus dem Holz schälte. Als kleinen Gag trug der CDU-Politiker, der zur Preisverleihung anwesend war, sogar das blaue Jackett, das Pate für die Holzarbeit seines Sohnes stand. Nur die Krawatte fehlte. Mit der Arbeit jedenfalls überzeugte Josua die Juroren und durfte bei den Acht- bis Elfjährigen aufs oberste Treppchen steigen. "Das war ein Geburtstagsgeschenk für meinen Papa", sagte der Zehnjährige. Nur seine Mutter sei eingeweiht gewesen. "Ich habe es nach einem Bild aus einem Werbeprospekt geschnitzt."

Maria Müller aus Thum nahm stellvertretend den Preis für eine Gemeinschaftsarbeit entgegen. "Mir macht das besonders viel Spaß. Weil man sich mit den anderen abstimmt und gemeinsam sieht, was entsteht", sagte das Mädchen. "Auch den Entwurf haben wir zusammen gemacht", so Marie, die für die Blätter zuständig war und diese klöppelte. Gleich 16 Bäume reichten Jody Kröner, Gerda Jahreiß, Lucius Zosel und Willy Lämmel ein. Die Jahnsbacher Schnitzer interpretierten unter der Anleitung von Wilfried Tomaszewski die vier Jahreszeiten. Dafür gab es einen Sonderpreis.

Am zweiten Tag fand im Rahmen der Jugendkulturtage im Kulturzentrum Haus des Gastes Erzhammer in Annaberg-Buchholz der Wettstreit in den Kategorien Gesang, Instrumentalmusik und Mundart statt. Gabriele Lorenz sprach von einem "fantastischen Tag" im Erzhammer, "da wächst echt etwas nach". Es sei keine Selbstverständlichkeit, dass sich rund 80 Kinder und Jugendliche der erzgebirgischen Kultur widmeten. Auch die Publikumsresonanz sei super gewesen. "Manche Zuschauer haben sogar von früh bis abends durchgehalten", so Lorenz. (mit urm)

Die Ergebnisse mit Prädikat: Gäl'ner Extravaganten (gut), Schorler Kleeblatt (sehr gut), Hortgruppe Albernau (ausgezeichnet), Mundart in Wort und Witz Zwönitz (sehr gut), Las vidas del Bandoneon Carlsfeld (ausgezeichnet), Nachwuchsgruppe Erzgebirgsensemble Aue (ausgezeichnet), De Pascher Marienberg (ausgezeichnet), Nachwuchsorchester des Bergmusikkorps Annaberg-Buchholz/Frohnau (ausgezeichnet).

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