Ausbildungsleiter pflegt Kontakt zu seiner alten Schule

Der Tag der offenen Tür am Beruflichen Schul- zentrum in Zschopau hat jungen Besuchern neue Erkenntnisse gebracht. Er war aber auch Gästen hilfreich, die ihre Ausbildung längst hinter sich haben.

Zschopau.

Breit gefächert war das Programm, das im Beruflichen Schulzentrum für Ernährung, Technik und Wirtschaft am Tag der offenen Tür geboten wurde. Wer am Samstag das Foyer der Zschopauer Einrichtung betrat, hatte fast 20 Anlaufpunkte vor sich. Vom Büromanagement reichten die Themen über die Holzverarbeitung bis hin zur Elektrotechnik. Ein kleiner Roboter vollführte erstaunliche Bewegungen, um die Gäste für Technik zu begeistern.

Viele junge Besucher, die kurz vor ihrem Schulabschluss stehen, nutzten diese Veranstaltung zur Orientierung. Doch durch die sich fast im Sekundentakt öffnende Eingangstür kamen auch Leute, die den Besuch nicht unbedingt nötig hatten. So wie Lars Hänel, der seine Ausbildung als Zerspanungsmechaniker schon im Jahr 2006 abgeschlossen hat. Der 34-jährige Rübenauer wäre beim Treffen ehemaliger Schüler genau richtig gewesen. Das Angebot, von dem er im Vorfeld gar nichts gewusst hatte, nahm er später auch gern war. Doch wichtig war für Hänel der Besuch der Lehrräume und Werkstätten für Metalltechnik. In den alten Zeiten zu schwelgen, war zwar schön, doch auch darin bestand nicht sein eigentliches Anliegen. "Mir kam es darauf an, mit Lehrern in Kontakt zu kommen und den Alltag mal aus Sicht der Auszubildenden zu erleben", sagte der 34-Jährige, der inzwischen selbst als Ausbildungsleiter fungiert.

Nach dem Berufsabschluss war der Wissensdurst von Lars Hänel längst nicht gestillt. An der Abendschule machte er weiter, wurde staatlich geprüfter Techniker. Und auch die Qualifizierung, um andere auszubilden, hat er seit 2015. Noch sieht er sich nicht am Ende seines Weges. Nun gelte es zum Beispiel, das Vertrauen, die Kommunikation und die Kooperation zwischen Schule und Firma zu festigen. "Ich bin quasi das Bindeglied", sagt Hänel, der in der Marienberger Firma Meyer Drehtechnik 16 Lehrlinge unter seinen Fittichen hat. Um diese gut zu verstehen und den "Lernstoff besser hinzubekommen", nutzte der Ausbildungsleiter seine Freizeit für einen Abstecher zum Tag der offenen Tür. "Es war eine gute Gelegenheit, mal reinzuschnuppern", so der Ausbildungsleiter, der so manche Veränderung in der Schule bemerkte: "Die Räume sind zwar die gleichen, aber die Ausstattung ist auf dem aktuellen Stand."


"Gut besucht"

Thomas Müller ist Leiter des Beruflichen Schulzentrums. Im Gespräch mit Andreas Bauer beschreibt er den Tag der offenen Tür als gelungen.

Freie Presse: Wie zufrieden sind Sie mit dem Tag der offenen Tür?

Thomas Müller: Die Veranstaltung war gut besucht. Konkrete Zahlen liegen nicht vor, da wir keine Listen führen. Aber wir hatten den Eindruck, es waren mehr Gäste da als im vergangenen Jahr.

Gab es besondere Höhepunkte?

Dank der Mithilfe von 25 Lehrern sowie zahlreichen Auszubildenden und Fachoberschülern waren alle Bereiche geöffnet. Ein Schwerpunkt war diesmal aber die Vorstellung der Fachoberschule. Viele Gäste haben sich informiert, wie die zwei Jahre mit der Spezialisierung Technik oder Wirtschaft ablaufen und was studienmäßig danach möglich ist.

Ist der Tag der offenen Tür eine wichtige Werbung für Ihre Schule?

Insgesamt haben wir am Beruflichen Schulzentrum des Erzgebirgskreises 948 Schüler - mehr als die Hälfte davon in Zschopau, den Rest in Annaberg. Diese Zahl ist relativ konstant, mehr geht immer. Sonst bräuchten wir mehr Lehrer.

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