Baum des Jahres wartet am Sonntag auf Wanderer

Die Allee der Jahresbäume zwischen Pockau und Zöblitz ist Schauplatz des Waldtages. Dabei wird aber nicht nur gewandert, sondern es gibt auch viel Wissenswertes und Musik mit den Jagdhornbläsern Flöhatal.

Zöblitz.

Ihren Namen hat die Flatterulme von ihrem typischen Verhalten. Die Früchte des aktuellen Baumes des Jahres weisen winzig kleine Härchen auf, die den Baum selbst bei kleinsten Luftzügen in Bewegung halten, flattern lassen. Seit einigen Tagen ziert eines der Exemplare die Allee der Jahresbäume. Sie befindet sich am Schwarzen Weg. Er verbindet, mitten durch den Wald führend, die Orte Pockau und Zöblitz und gehört zum Forstrevier Zöblitz. Dort findet jedes Jahr im Mai der Waldtag statt, in dessen Rahmen die Jahresbäume vorgestellt werden. Der Leiter des Forstreviers Zöblitz, Tino Kermer, und der Erzgebirgszweigverein haben die Veranstaltung für den kommenden Sonntag vorbereitet.

14 Uhr treffen sich die Teilnehmer am Schwarzen Weg - die Stelle wird ausgeschildert sein. Bis zur Flatterulme sind es von dort aus etwa 150 Meter zu Fuß. Er bildet das Ende der Allee. Warum der Baum in diesem Jahr von der Dr.-Sivius-Wodarz-Stiftung ausgewählt worden ist, hat Tino Kermer rasch erklärt. Demnach wird das für Auenwälder typische Gewächs immer seltener. "Das liegt unter anderem an der Begradigung von Flussläufen und der Trockenlegung von Gewässern", so der Fachmann. Demnach ist die Flatterulme kein typischer Baum für den Waldbau. Sie braucht sehr viel Wasser und kann sogar Staunässe vertragen. Das macht sie vor allem in der ersten Zeit des Anwachsens am Schwarzen Weg zu einem Sorgenkind.


Mit dem besonderen Pflegebedarf ist die Flatterulme entlang der Allee der Jahresbäume unterdessen nicht allein. Die Walnuss und die Esskastanie müssen im Winter immer mit Reißig vor der Kälte geschützt werden.

Die Allee der Jahresbäume stellt eine Fortsetzung des bereits in Pockau beginnenden Lehrpfades dar. Tino Kermer begann damit 1990, als er seine Arbeit aufnahm. Auf mehreren Tafeln werden Waldbesucher auf die Eigenheiten der hiesigen Wälder hingewiesen, einheimische Pilze, Tiere und Pflanzen beschrieben.

Aktuelle Probleme der Waldregion beschreibt Frank Köhler zum Waldtag im Rahmen einer geführten Wanderung. Diese wird er als Anton Günther verkleidet leiten und dabei unter anderem die Sturmschäden und die Auswirkungen des Borkenkäfers erläutern. Die Wanderung führt entlang ausgebauter Wege und ist auch für Familien mit Kinderwagen geeignet. In Bewegung setzt sich der Tross kurz nach der Eröffnung der Veranstaltung durch die Jagdhornbläser Flöhatal. Die Verpflegung übernimmt der Erzgebirgszweigverein Pockau an der nahe dem Schwarzen Weg stehenden Blockhütte. Der Weg dorthin wird wiederum ausgeschildert sein. Dort können die Besucher auch Einblick in die Forsttechnik nehmen und Nistkästen bauen. Zusätzlich locken präparierte Tiere des Waldes, ein Wissensquiz und ein etwa einstündiges Konzert der Jagdhornbläser.


Liste der Jahresbäume seit 1989

1989: Stieleiche

1990: Rotbuche

1991: Sommerlinde

1992: Bergulme

1993: Speierling

1994: Eibe

1995: Spitz-Ahorn

1996: Hainbuche

1997: Eberesche

1998: Wildbirne

1999: Silberweide

2000: Sandbirke

2001: Esche

2002: Wacholder

2003: Schwarz-Erle

2004: Weißtanne

2005: Rosskastanie

2006: Schwarzpappel

2007: Waldkiefer

2008: Walnuss

2009: Bergahorn

2010: Vogelkirsche

2011: Elsbeere

2012: Europäische Lärche

2013: Wildapfel

2014: Traubeneiche

2015: Feldahorn

2016: Winterlinde

2017: Gemeine Fichte

2018: Esskastanie

2019: Flatterulme

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