Bedruckte Kekse und gestochene Spanbäume

Die Macher des Erzgebirges haben erneut mit Vielfalt auf der Grünen Woche gepunktet. Der Tourismusverband ist jedenfalls mit der Resonanz zufrieden.

Leubsdorf/Seiffen.

Als De Bersteine "Mir sei vom Arzgebirg" singen, kommen bei einigen Besuchern der Grünen Woche in Berlin Heimatgefühle auf. Das Schülertrio Anna, Tom und Percee aus Deutschneudorf sorgte gleich mehrere Tage auf der Bühne für Stimmung. Doch nicht nur die Besucher der Sachsen-Halle holten ihre Handys aus der Tasche, um Bilder zu schießen. Auch Aussteller, die mit ihren Spezialitäten lockten, und die Vertreter der Tourismusverbände genossen das Bühnenprogramm.

"Als De Hutzenbossen da waren, hielt es niemand mehr auf den Stühlen", sagt Kristina Härtel vom Tourismusverband Erzgebirge, die mit der Resonanz insgesamt zufrieden sei. "Aktivurlaub steht weiter hoch im Kurs. Die Leute wollen wandern und mit dem Rad das Erzgebirge erkunden, und dabei die regionale Küche ausprobieren", betont die Gästeführerin. Wie in den Vorjahren hätten vor allem Besucher aus Berlin und Brandenburg gezielt nach dem neusten Urlaubsmagazin "Erzgebirge" gegriffen. Aber auch das Pauschalangebot "Genusswandern ohne Gepäck", das Hoteliers aus Altenberg, Sayda und Olbernhau auflegten, sei mehrfach nachgefragt worden.

"Die Leute sind in zwei, drei Stunden bei uns. Neben Bewegung gehen sie gern auf Entdeckungstour." Deshalb hatte sich am Stand des Tourismusverbandes auch Manja Drutschmann aus dem Dippoldiswalder Ortsteil Reichstädt mit ihren Prospekten einquartiert. Die 34-Jährige, die eine Schäferei und Spinnstube betreibt, hatte ihren Sohn Julius mitgebracht. Allein der Zehnjährige war in seinem Kostüm als Hirtenjunge ein Hingucker. Und davon gab es so einige: Auch bei Falko Beyer aus Seiffen blieben viele Besucher stehen. Der rüstige Senior zeigte am Stand "Urlaub in Sachsens Dörfern" auf althergebrachte Art, wie Spanbäume gestochen werden.

Für große Augen sorgten auch die bedruckten Kekse der Bäckerei Lieberwirth aus Leubsdorf, die auf der Messen vor allem eines verfolgte: Ihre Marke "Die Kekselmacher" soll bekannter werden. Eigenen Angaben nach sollen etwa 10.000 Kekse während der Grünen Woche über den Ladentisch gegangen sein. "Wir bedrucken die Kekse so, wie es die Kunden wünschen. Ob Geburtstag, Hochzeit, Jubiläen, alles ist möglich", erklärt Mitarbeiter Jens Hänel, der nicht nur das Grüne-Woche-Special "5 Schachteln für 5 Euro" an die Besucher brachte. Er nahm zudem Aufträge entgegen. So hat ein Ehepaar, das bald Goldene Hochzeit feiert, 200 Stück der Kekse bestellt. "Sie sollen mit den Vornamen, dem Tag der Hochzeit und zwei Ringen bedruckt werden", so der 48-Jährige.

Wie ein Sprecher der Messe Berlin mitteilt, zählte die Grüne Woche in diesem Jahr knapp 400.000 Besucher. Die Pro-Kopf-Ausgaben der Messegäste lagen wie im vergangenen Jahr bei mehr als 120 Euro. Fest steht bereits: Im nächsten findet die Grüne Woche vom 19. bis 28. Januar statt.

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