Besucher bewundern Liebe zum Detail

Eine Ausstellung im Marienberger Bergmagazin widmet sich Modelleisenbahnen. Auch bei längerer Betrachtung können die Gäste immer wieder Neues auf den Anlagen entdecken.

Marienberg.

Mit einem beständigen Surren fahren mehrere Züge gleichzeitig durch die mit viel Liebe zum Detail gestalteten Landschaften - begleitet von den bewundernden Blicken der großen und kleinen Besucher. Die Ausstellung des Modelleisenbahnklubs Marienberg hat am Wochenende zahlreiche Gäste ins Bergmagazin der Stadt gelockt. Dort stehen noch bis zum nächsten Sonntag die beiden Ausstellungsanlagen des Vereines im Maßstab 1:87.

Während die kleine Anlage etwa acht Quadratmeter groß ist, umfasst die größere stolze zwölf Quadratmeter. "Unser Ziel war es, eine Anlage mit Vorführcharakter zu haben, auf der Abläufe im Bahnbetriebswerk sowie hohe Zugfolgen im Bahnhof und auf der Strecke demonstriert werden können. Daher haben wir diese zweigleisige Hauptbahn mit Verzweigung und Industrieanschluss in mehrjähriger Arbeit immer weiter vervollständigt", sagt der stellvertretende Vereinsvorsitzende Siegfried Otto. Bei der Auswahl und dem Bau der Landschaft ließen die Marienberger nicht nur ihre Fantasie walten, sondern integrierten auch real existierende Gebäude - wie das Zschopauer Tor der Bergstadt - in die große Anlage, auf der 80 Meter Gleis, rund 30 Weichen und mehrere Doppelkreuzweichen verlegt wurden. Zudem erlauben es zahlreiche kleine Details, liebevoll arrangiert, dem Besucher auch nach langer Betrachtung der Anlage immer wieder Neues zu entdecken.

Mit dem Bau der kleineren der beiden Anlagen begann Klubmitglied Thomas Becher zu Hause. Vor einigen Jahren hatte er diese dem Verein übergeben. "Zu sehen ist die Epoche III - also die Zeit Mitte der 1960er-Jahre. Derzeit sind zehn Züge unterwegs", sagt Becher, der mit viel Liebe zum Detail die Landschaft gestaltet hat.

Beiden Anlagen gemein ist die Steuerung. "Hier setzen wir voll auf analog", so Siegfried Otto. Denn die Umstellung auf digitale Steuerung käme einem Neubau der Anlagen gleich.

Besonders freut die Marienberger Modellbahn-Freunde, dass viele Väter und Großväter mit ihren Kindern und Enkelkindern schon den Weg zur Ausstellung gefunden haben, denn jugendlichen Nachwuchs sucht der Verein dringend. "Die Arbeiten an den Anlagen und Fahrzeugen sind vielfältig: Fahrzeuge müssen gewartet, Metall und Holz für den Modellbau bearbeitet und geformt werden. Bei der Elektrik und Elektronik können auch die Jüngsten schon unter fachlicher Anleitung erste praktische Erfahrungen sammeln und handwerkliche Fähigkeiten entwickeln. An einer Modelleisenbahn kann immer noch weiter gebaut werden, es gibt kein Ende. Das Beste ist, wenn dann etwas funktioniert," sagt Siegfried Otto.

Die Sonderausstellung Modelleisenbahn des Modelleisenbahnklubs Marienberg im Bergmagazin Marienberg ist Mittwoch, Samstag und Sonntag jeweils von 10 bis 17 Uhr geöffnet.


Die Anlage bereichern 450 Figuren und Tiere, 100 Modellfahrzeuge sowie mehr als 350 Bäume

Die Anlage des Modelleisenbahnklubs Marienberg ist in der Größe H0 aufgebaut. 16,5 Millimeter beträgt die Spurweite. Sie umfasst eine Fläche von 11,52 Quadratmetern und besteht aus neun Teilen. Drei davon sind 240 mal 80 Zentimeter groß, sechs weitere 240 mal 40 Zentimeter.

Der Betrieb erfolgt analog mit Gleichstrom. Es gibt vier Stromversorgungsbereiche. Neun Züge fahren in zwölf automatischen Blöcken. Die Länge der Gleise misst 80 Meter. Auf der Anlage befinden sich 30 Weichen und sechs Doppelkreuzweichen mit selbst gebauten Stellmotoren. Die Gestaltung der Landschaft schließt 104 Gebäude ein.

Die Häuser sind aus Bausätzen der Firma Auhagen aus Marienberg-Hüttengrund gefertigt. Die Anlage bereichern zudem 450 Figuren und Tiere, 100 Modellfahrzeuge sowie mehr als 350 Bäume.

Der Modellbahnklub wurde 1990 gegründet. Er ist Rechtsnachfolger der 1969 ins Leben gerufenen Arbeitsgemeinschaft 3/43 des Deutschen Modelleisenbahnverbandes der DDR. Die Gründung fand im Pausenraum der Firma Auhagen statt. Die Klubräume befinden sich in der Kindertagesstätte "Flachsröste". faso

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