Diese Freundschaft kennt keine Grenzen

Indische und deutsche Schüler haben zwei Wochen in Marienberg gemeinsam gelernt und ein Projekt fortgeführt. Am Ende ist klar: Dem Besuch werden weitere folgen.

Marienberg.

Es gibt ja Whatsapp. Und E-Mails. Josephine Hielscher und Vrinda Sharma werden also in jedem Fall in Kontakt bleiben - trotz der Distanz. Die beiden wohnen rund 5800 Kilometer voneinander entfernt. Luftlinie. Während Josephine (16) in Marienberg lebt, wächst Vrinda (16) im nordindischen Neu-Delhi auf. Zwei Wochen lang haben sie in Marienberg gemeinsam die Schulbank gedrückt, vieles gemeinsam unternommen und erlebt. Sie sind Freundinnen geworden. Nun wollen sie versuchen, die Freundschaft über die Entfernung hinweg zu halten.

Alles fing im Oktober vergangenen Jahres an. 13 Schüler und zwei Lehrerinnen des Marienberger Gymnasiums brachen in die Hauptstadt Indiens auf. Zwei Wochen blieben sie, besuchten die Partnerschule, lernten Land und Leute kennen. Josephine Hielscher war dabei. Während des Besuches übernachteten die Marienberger bei Gastfamilien, Josephine schlief bei Vrinda. Nun kamen 14 junge Leute und zwei Lehrerinnen aus Neu-Delhi zum Gegenbesuch. Josephine und Vrinda sahen sich wieder. Und Vrinda durfte bei der Familie von Josephine leben und übernachten.


Urlaube waren die jeweiligen Trips aber keineswegs. Die Reisen, die seit 2016 stattfinden, sind Teil des Projekts "Deutsch-indisches Klassenzimmer", das jetzt im Rahmen der Initiative "Schulen: Partner der Zukunft" des Auswärtigen Amtes und aus Steuermitteln auf der Grundlage des vom Sächsischen Landtag beschlossenen Haushalts unterstützt wird und im Rahmen dessen sich die Schüler kulturell austauschen und zwischen den beiden Ländern einen Vergleich zum Thema alternative Energien ziehen. Die Schüler arbeiten an gemeinsamen Aufgaben und tauschen ihre Ergebnisse aus. Einiges davon kann in einem Internet-Blog nachgelesen werden. "Beispielsweise messen wir die Sonnenstunden in Marienberg und Neu-Delhi. Zudem stellen wir gegenüber, wofür jeweils die meiste Energie verwendet wird", erklärt Josephine Hielscher, die überrascht war, dass es im Sonnenland Indien fast gar keinen Solarstrom gibt. "Inder brauchen viel weniger Strom für Heizungen als wir, dafür aber mehr für Klimaanlagen. Der Strom ist dort teurer," so die Marienbergerin.

Über die vielen Solaranlagen, die es in Deutschland gibt, war Vrinda Sharma bei ihrem ersten Besuch in Deutschland verwundert. Auch an den Unterricht musste sie sich erst gewöhnen. "Wir haben gemeinsam Geschichte, Chemie, Sport und Kunst in englischer Sprache gehabt. Wie vieles andere in Deutschland war auch der Unterricht strukturierter. In Indien sind die Klassen größer, es ist lauter", so Vrinda, die ihren Aufenthalt in Marienberg genossen hat. "Wir haben Exkursionen unternommen und viel von Land und Leuten gesehen: Berlin, den Landtag in Dresden und Windkraftanlagen aus nächster Nähe. Beim Wetter war von Schnee bis Sonnenschein alles dabei", so die junge Inderin, die auch deutsches Essen probiert hat. "Süßer als bei uns, weniger gewürzt, und die Deutschen essen sehr viel Brot", fasst sie zusammen.

Am Samstag müssen sich Josephine und Vrinda wieder voneinander verabschieden, denn die indischen Schüler treten die Heimreise an. Ob und wann sich die Freundinnen wiedersehen, wissen sie jetzt noch nicht. Bis es soweit ist bleiben sie aber in Kontakt. Es gibt ja Whatsapp. Und E-Mails. www.eaglemeetstiger.de

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...