Direktkandidaten im Bürgertest

Wer steht für welche Ziele? "Freie Presse" und die Landeszentrale für politische Bildung Sachsen stellen die Bewerber im Wahlkreis 17/Erzgebirge 5 vor. Teilnehmer des Forums in der Stadthalle können Politikern auf den Zahn fühlen.

Marienberg.

Noch sind es gut drei Wochen bis zur Landtagswahl am 1. September. Jetzt kommen die Wahlkampfmaschinen der Parteien mehr und mehr auf Touren. Auch im Wahlkreis 17/Erzgebirge 5, der im Wesentlichen das Gebiet des alten Mittleren Erzgebirgskreises umfasst, häufen sich Politikerauftritte, sind die Wahlen Gesprächsthema.

Die Parteiprogramme sind umfangreich, das von den Parteien ins Rennen geschickte Personal nicht immer bekannt. Wer Vertreter der aussichtsreichsten Parteien und ihre Positionen zu bewegenden Themen näher kennenlernen will, der sollte sich den Abend des 12. Augusts freihalten. Die Landeszentrale für politische Bildung und die "Freie Presse" veranstalten am Montag von 19 bis 21 Uhr in der Marienberger Stadthalle ein Wahlforum. Eingeladen sind die Direktkandidaten der aussichtsreichsten Parteien des Wahlkreises: Jörg Markert (CDU), Torsten Gahler (AfD), Kathleen Noack (Die Linke), Richard Ringeis (SPD), Kay Meister (Grüne) und Tino Günther (FDP).


Bisher hatte in diesem Wahlkreis stets die CDU beim Kampf um das Direktmandat die Nase vorn. Günther Schneider aus Grünhainichen hatte es gleich dreimal gewonnen. 2017 wurde er von Ministerpräsident Michael Kretschmer zum Staatssekretär im Sächsischen Staatsministerium des Innern berufen. Jörg Markert, als Nachrücker seit November 2018 im Landtag, stellt sich erstmals dem Wählervotum. Auf eine zehnjährige Landtagserfahrung kann der Seiffener Tino Günther verweisen. Das FDP-Mitglied kam stets über die Landesliste seiner Partei in das Gremium.

Die aktuellen Prognosen für die Wahl sehen ein Kopf-an-Kopf-Rennen von CDU und AfD voraus. Die Meinungsforscher von Insa haben vom 22. bis 31. Juli 1011 Frauen und Männer im Auftrag der "Bild" in Sachsen befragt. 28 Prozent von ihnen würden CDU wählen, die AfD erreicht 25 Prozent. Die Linken kommen auf 16Prozent, die Grünen auf 12. Die SPD liegt bei 8 Prozent, die FDP steht an der 5-Prozent-Hürde. Beim Forum am 12. August können die Wähler den Direktkandidaten (siehe unten) auf den Zahn fühlen, sich mit ihren Fragen direkt an die Bewerber wenden.


Die Linke

Kathleen Noack lebt in Zschopau. Die 37-Jährige ist Mutter von zwei Kindern und geschieden. Die gelernte medizinische Fachangestellte ist in einem Sozialamt für Schwerbehindertenrecht und Landesblindengeld zuständig. Aufgrund ihrer beruflichen Erfahrungen widmet sie sich vor allem Problemen von Menschen mit Behinderung und Senioren. Im Landtag will sie sich auch der Bekämpfung der Altersarmut zuwenden.


AfD

Torsten Gahler ist 45 Jahre alt, verheiratet und Vater zweier Kinder. Der Thalheimer hat ein Studium der Steuer- und Staatsfinanzen an der Hochschule für öffentliche Verwaltung und Rechtspflege Meißen absolviert und ist als Hauptbetriebsprüfer tätig. Seit Januar 2017 gehört er der AfD an. Er setzt sich für eine Grundsteuerreform ein und will im ländlichen Raum die Finanzausstattung der Kommunen verbessern.


Bündnis 90/Grüne

Kay Meister ist Diplom-Biologe, verheiratet und hat drei Kinder. Der 42-jährige Marienberger arbeitet als Biologe und in der Umweltbildung. Der Partei Bündnis 90/Die Grünen gehört er seit 2018 an. Im Landtag möchte er vor allem die bessere finanzielle Ausstattung von Naturschutz und Umweltbildung sowie die Förderung bürgerschaftlichen Engagements in regionalen Initiativen in Angriff nehmen.


SPD

Richard Ringeis arbeitet an einer Zschopauer Oberschule als Lehrer für Geschichte und evangelische Religion. Der 29-Jährige ist verheiratet und Vater zweier Kinder. In die SPD ist er im Januar 2017 eingetreten. Im Landtag möchte er sich dafür einsetzen, dass mehr Lehrer in Chemnitz und auch in weiteren Städten wie Freiberg ausgebildet werden. Zudem kämpft er für die Einführung der Gemeinschaftsschule in Sachsen.


CDU

Jörg Markert ist 46 Jahre alt. Der Diplom-Verwaltungswirt wohnt in Olbernhau und ist ledig. Seit November 2018 ist er Mitglied des sächsischen Landtags. Der CDU gehört er seit seinem 18. Lebensjahr an. 1999 bis 2008 war er Mitglied des Kreistages Mittlerer Erzgebirgskreis. Besonders wichtig sind ihm das Handwerk, der Mittelstand und junge Unternehmen. Er will sich für die Stärkung der Montanregion einsetzen.


FDP

Tino Günther möchte mit seiner Partei, den Liberalen, erneut in den Landtag einziehen, dem er von 2004 bis 2014 angehört hatte. Mitglied der FDP ist er seit 1990. Der 57-jährige Seiffener ist verheiratet, dreifacher Vater und dreifacher Großvater. Der Meister für Holzspielzeug ist Inhaber des Familienunternehmens. Seine Hauptziele sind der Ausbau der Erzgebirgsmagistrale und die Aufforstung der Landesflächen.


Die Moderatoren

Erik Hattke ist Geschäftsführer der sächsischen Bibliotheksgesellschaft und freiberuflicher Moderator. Der 28-Jährige, der in der Landeshauptstadt lebt, moderiert Diskussionsrunden zu gesellschaftlichen Fragen sowie politische und wissenschaftliche Foren. Dazu gehört die Tacheles-Reihe des Atticus-Vereins, dessen Vorsitzender er ist. Der Verein hat die Förderung des gesellschaftlichen Zusammenhalts mit verschiedenen Projekten zum Ziel.

Martina Brandenburg arbeitet seit 1998 im Erzgebirge - zunächst als verantwortliche Redakteurin für die Ausgabe Zschopau, dann Marienberg, seit 2008 ist sie für beide Lokalausgaben zuständig. Zuvor hat die Diplom-Journalistin in mehreren Redaktionen der "Freien Presse" Erfahrungen gesammelt. Sie hat sich im Laufe ihrer Berufstätigkeit mit nahezu allen Themen kommunalpolitischer Berichterstattung beschäftigt.


Und so läuft das Wahlforum

Ort: Das Wahlforum mit Direktkandidaten des Wahlkreises 17/Erzgebirge 5 findet am kommenden Montag, 12.August, in der Stadthalle Marienberg statt.

Zeit: Die Diskussionsrunde beginnt 19Uhr und ist für rund zwei Stunden angesetzt.

Eintritt: Der Zutritt zu der Veranstaltung ist kostenlos.

Ablauf: Die "Freie Presse" wird am Beginn des Wahlforums die Bewerber um das Direktmandat kurz vorstellen und mögliche inhaltliche Schwerpunkte des Treffens umreißen. Das letzte Wort haben jedoch die Gäste der Veranstaltung. Sie bestimmen noch vor Veranstaltungsbeginn, welches Thema als erstes debattiert werden soll. Zudem können innerhalb der geplanten Themenkomplexe auch direkt Fragen an die Kandidatinnen und Kandidaten gerichtet werden.

Moderation/Organisation: Moderiert werden die Foren von Redakteuren der "Freien Presse", als Organisator tritt die Landeszentrale für politische Bildung auf. Sie organisiert in allen 60 sächsischen Wahlkreisen Foren. Partner dieser Veranstaltungen ist die größte Tageszeitung vor Ort.

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