Erbin will Vero-Fabrikgebäude erhalten

Unternehmerin Simone Nagel erwägt, den ortsbildprägenden Bau auf Vordermann zu bringen. Damit stellt sie sich gegen eine Diskussion, die kürzlich in Olbernhau aufkam.

Olbernhau.

Von Stillstand könne keine Rede sein, ein Verkauf sei nicht geplant, und ein Abriss komme nicht infrage: Die neue Eigentümerin des Vero-Hauptgebäudes hat sich in der Diskussion um die Zukunft des stadtprägenden Baus zu Wort gemeldet. Sie erwäge, die Vero auf Vordermann zu bringen und habe vorbereitende Arbeiten veranlasst, stellte sie klar. Soll heißen: Die Vero hat eine Zukunft, auch wenn Simone Nagel im Augenblick noch keine Details zur künftigen Nutzung nennen möchte.

Simone Nagel hatte das Gebäude vor Kurzem mit weiteren Immobilien von ihrem Vater geerbt. Sie müsse zunächst vieles regeln. Wichtig sei derzeit vor allem, das Areal vor Vandalismus zu schützen. Das bereits begonnene Aufstellen des Zauns soll zügig beendet werden. "Ich lasse zudem Sicherheitskameras anbringen." Parallel dazu erfolge eine Bestandsaufnahme. Erst danach könne sie Angaben zum Umfang der Renovierungsarbeiten, zu den erwarteten Kosten und zum zeitlichen Ablauf machen, so Simone Nagel. Hinsichtlich der Nutzung kann sie sich Büros vorstellen. Auch ein Lager wäre möglich.

Simone Nagel ist nicht nur bei der Vero-Immobile aktiv, die ihr Vater 1998 erwarb. Ihr gehört zudem Lösers Gasthof und Hotel mit Restaurantbetrieb sowie zehn Doppelzimmern. "Mein Vater hatte ihn im vergangenen Jahr übernommen." Simone Nagel investiert in die Renovierung und lässt Personal einarbeiten. Eine Zertifizierung des Hotel- und Gaststättenverbandes Dehoga sei vorgesehen, sodass das Hotel mit Sternen für sich werben kann. All dies bereite viel Arbeit, so Simone Nagel. Wenn sich der Betrieb in Lösers Gasthof ihren Vorstellungen entsprechend eingespielt habe und es ruhiger werde, könne sie sich vertieft mit der Vero befassen, betont die Unternehmerin, die in der Nähe von Kühlungsborn (Mecklenburg-Vorpommern) lebt und deutschlandweit im Tourismus- und Immobilienbereich tätig ist.

Vor einigen Tagen hatten die Olbernhauer Stadträte über die Zukunft des ehemaligen Vero-Spielwarenwerks gesprochen. Im Technischen Ausschuss diskutierten sie, ob eine Umnutzung denkbar ist. Stadtrat Kristian Hahn (CDU-Mandat) schlug einen Abriss vor: Ein Schandfleck würde verschwinden. Hartmut Tanneberger (SPD) sprach sich dagegen aus. Das Gebäude sei grundsolide. Bürgermeister Heinz-Peter Haustein (FDP) erklärte auf Nachfrage von "Freie Presse", dass sich die Vero nicht in Besitz der Stadt befinde. Er stehe mit der Eigentümerin in Kontakt.

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