Fraktion fordert kostenfreies Kita-Jahr

Pockau-Lengefeld: Linke, SPD und Freie Wähler wollen Beitrag streichen

Pockau-Lengefeld.

Es ist ein Antrag mit Signalwirkung: Die Fraktion der Freien Wähler, SPD und Linken im Stadtrat von Pockau-Lengefeld fordert die Streichung der Kindertagesstätten-Elternbeiträge für das letzte Jahr vor der Einschulung. Eine entsprechende Reglung gibt es so bisher in keiner Kommune des mittleren Erzgebirges.

Die Haushaltssituation der Stadt Pockau-Lengefeld sei solide genug für das Vorhaben, schreiben die Fraktionsmitglieder in einer Pressemitteilung. Finanziert werden soll das beitragsfreie Jahr von Einnahmen aus der Gewerbesteuer. Ihren Vorschlag haben die Volksvertreter der Fraktion mit einer Kalkulation untermauert: Für das Schuljahr 2021/2022 rechnet die Kommune mit 50 Erstklässlern. Bei einer Beitragshöhe von 80 Euro pro Kind und Monat würden somit für die zwölf Monate des Schuljahres 2020/21 Gesamtkosten in Höhe von 48.000 Euro anfallen.

"Alle Kinder müssen die gleichen Bildungschancen erhalten - von Anfang an und unabhängig von ihrer sozialen Herkunft", sagt Ulrich Findeisen, Vorsitzender der Fraktion. Dazu gehöre insbesondere die Chance, in den Tageseinrichtungen soziale, kognitive und sprachliche Defizite zu erkennen und mit gezielter Förderung auszugleichen. Außerdem biete sich die Möglichkeit, die Kinder durch ein aufgewertetes letztes Kindergartenjahr besser auf die Grundschule vorzubereiten.

Pockau-Lengefelds Bürgermeister Ingolf Wappler (CDU) äußerte sich verhalten zum Vorstoß der Fraktion. Zunächst müsse der Antrag im Verwaltungsausschuss beraten werden. Die langfristige Planung der belegten Plätze in den Tageseinrichtungen und somit der entstehenden Kosten sei schwierig. Ein entsprechender Beschluss könnte zudem Druck auf die Nachbarkommunen ausüben, mit ähnlichen Reglungen nachziehen zu müssen. Außerdem verwies Wappler auf den Ausgang der aktuell geführten Koalitionsverhandlungen in Dresden. "Wir wissen derzeit noch nicht, worauf sich die Parteien einigen werden. Es könnte sein, dass auf diesem Gebiet auch das Land tätig wird", so Wappler. In einigen Bundesländern, darunter Thüringen und Nordrhein-Westfalen, sind entsprechende Reglungen bereits beschlossen und sollen in den kommenden zwei Jahren umgesetzt werden.

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