Frauen verbinden Malerei mit Töpferkunst

Technik, Handwerk und Kunst lassen sich nicht eindeutig voneinander trennen, denn oft geht eines aus dem anderen hervor. Zwei Frauen stellen das nun in der Galerie der Olbernhauer Stadtwerke unter Beweis - mit Gemälden und Keramiken.

Olbernhau.

"Mich hat schon immer fasziniert, aus dem unförmigen Material die verschiedensten Formen entstehen zu lassen", sagt Margit Eisenzimmer. Bereits seit Mitte der 1980er-Jahre befasst sich Eisenzimmer intensiv mit dem Töpfern. Und nach einer Umschulung 1991 ist die gelernte medizinisch-technische Assistentin heute Keramikerin. Inzwischen kooperiert sie mit Anna Haag. Beide stellen nun gemeinsam ihre Werke in der Galerie der Stadtwerke Olbernhau aus. Es sind Keramiken und Bilder - Kunst, die sich gegenseitig beeinflusst.

Eisenzimmer, die sich inzwischen eigenständig gemacht hat und dazu eine Scheune am Wohnhaus zu einer Werkstatt mit Ladengeschäft umbaute, stellt in dieser auch selbst aus. "Während einer Ausstellung im September 2016 sprach mich Anna Haag an und fragte, ob auch sie bei mir ihre Gemälde zeigen könne", erinnert sich Eisenzimmer an den Beginn der Kooperation.

Haag wiederum erklärt: "Die Malerei begeistert mich schon seit frühester Kindheit." Die Künstlerin wurde im russischen Jekaterinburg geboren und kam 2015 nach Deutschland. "Mit 9 Jahren habe ich erstmals eine Kindermalschule besucht, später dann Design und Pädagogik studiert", so Haag weiter, die derzeit in der Volkskunstbranche angestellt ist und die Malerei als intensives Hobby betreibt. Ihre Motive findet sie in der Natur; auf den über 60 Aquarellen und Ölgemälden in der derzeitigen Ausstellung in Olbernhau sind Landschaften, Tiere sowie Menschen oder kleine Details zu sehen.

Ein Bild von Haag, das den Titel "Zirkusfest" trägt, hat es dem Künstlerduo besonders angetan und lässt ahnen, wie die Zusammenarbeit funktioniert. "Es gab ein großes Hoffest bei uns in Lengefeld", erklärt Eisenzimmer. Zu diesem habe sie Haag als Malerin eingeladen. Und die junge Frau habe unter den Augen der Gäste das Bild "Zirkusfest" gemalt. "Ich steuerte dann einen Clown bei, der aus Ton geformt ist und sozusagen Annas Malerei und meine Keramik verbindet", so Eisenzimmer, die über 70 Keramiken in der Galerie der Olbernhauer Stadtwerke zur Schau stellt. Allesamt sind ihre Werke Arbeiten, bei denen sie ihrer kreativen Ader freien Lauf gelassen und sich vielfach am Bauhausstil orientiert hat. Sie setzt auf schlichte Formen im Gegensatz zu den detailreichen, fast schon fotorealistischen Gemälden von Haag. Die beiden Kunsthandwerkerinnen haben auch schon gemeinsam an einem Werk gearbeitet: "Margit hat Tassen gemacht, auf die ich vor dem Brennen des Tons Pflanzen oder Tiere gemalt habe", sagt Haag. Auch diese Ergebnisse der Zusammenarbeit sind in der Schau zu sehen.

Die Ausstellung "Jahreszeiten-Bilder von Anna Haag, Wernsdorf & Keramik von Margit Eisenzimmer, Pockau-Lengefeld", ist bis 16. November jeweils Montag bis Freitag von 9 bis 12 Uhr sowie Dienstag und Donnerstag von 13 bis 18 Uhr in der Galerie der Stadtwerke Olbernhau GmbH, Am Alten Gaswerk 1 zu sehen.

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