Freibad: Stadt stellt Mittel für Sanierung bereit

Pockau-Lengefelds Stadträte segnen das Millionenprojekt in Lengefeld ab. Endgültig ist die geplante Erneuerung damit aber noch nicht gesichert.

Lengefeld.

Am Freibad in Lengefeld nagt der Zahn der Zeit. Das 1929 eröffnete Schwimmbad benötigt eine Verschönerungskur, sonst hat es keine Zukunft. Darüber herrscht Einigkeit. Pockau-Lengefelds Bürgermeister Ingolf Wappler (CDU) und alle Stadträte haben dafür gestimmt, dass die Einrichtung erhalten und zukunftsfähig gemacht wird. Doch ob das Millionenprojekt tatsächlich auch umgesetzt werden kann, hängt noch von einer Entscheidung ab.

Im Mai dieses Jahres wurde erstmals öffentlich bekannt, dass die Stadt das Freibad umfassend erneuern lassen will. Die Stadträte beauftragten ein Ingenieurbüro aus Chemnitz mit der Planung. Zu diesem Zeitpunkt lag die Kostenschätzung der Verwaltung für das Gesamtprojekt bei 1,53 Millionen Euro. Inzwischen wurde die detailliertere Projektplanung präsentiert. Und es steht fest: Die Sanierung wird deutlich teurer. Die berechneten Investitionskosten des Ingenieurbüros belaufen sich auf nunmehr fast 2,48 Millionen Euro.

Wie Pockau-Lengefelds Bauamtsleiter Frank Lämmel zur jüngsten Stadtratssitzung erläutert, soll das Becken grundlegend erneuert werden: dafür werde ein neues in das alte gesetzt. Die Größe reduziere sich dadurch um 30 Prozent. Zudem werden Schwimmer- und Nichtschwimmerbereich getrennt. Geplant sind auch ein Ein- und Dreimetersprungbrett sowie eine Rutsche. Das Funktionsgebäude werde komplett abgerissen und neu gebaut. Darin sollen sich künftig Imbiss und Sanitäranlagen befinden. Kiosk- und Toilettencontainer können somit verschwinden. Das bereits vor drei Jahren für einen sechsstelligen Betrag sanierte Kinderplanschbecken inklusive Filteranlage bleibt von dem Projekt unberührt.

Die Stadträte segneten nun das Vorhaben einstimmig ab. Das sei allerdings nur eine Vorentscheidung, macht Ingolf Wappler unmissverständlich klar. Zwar werden mit dem Beschluss im Vorgriff die benötigten Mittel den Haushaltsplan für 2021 eingestellt. Doch alles hängt davon ab, ob die Stadt die beantragten Fördermittel in Höhe von rund 1,86 Millionen Euro tatsächlich auch bekommt. Ohne die 75-prozentige Förderung wäre das Projekt nicht stemmbar, verdeutlicht der Bürgermeister. Und es gelte noch nicht als gesichert, dass die Stadt den Zuschlag erhält.

"Es gibt keinen Plan B", antwort Ingolf Wappler auf die Anfrage von Stadtrat Gunter Schröter (Freie Wähler). Das Projekt passe derzeit in kein anderes Förderprogramm. "Wir hoffen, dass es gelingt. Ansonsten müssen wir es ein Jahr später mit einem erneuten Antrag probieren", so Wappler.

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