Frische Farbe für Flickenteppich

Für gewöhnlich werden Straßen erst saniert und danach neu markiert. Nicht so in Blumenau. Klingt nach Posse. Doch die Behörde nennt einen triftigen Grund.

Blumenau.

Die Hauptstraße im Olbernhauer Ortsteil Blumenau ist mit Rissen übersät. Zahlreiche Schlaglöcher wurden notdürftig geflickt. Schon seit Jahren fordern die Anwohner eine grundlegende Erneuerung des rund drei Kilometer langen Abschnitts der Staatsstraße 223. Im kommenden Jahr soll es endlich so weit sein. Umso verwunderlicher, dass nun ausgerechnet vor dem Startschuss des Millionenprojekts der Flickenteppich einen frischen Anstrich erhalten hat.

Vor wenigen Wochen erfolgten auf der Blumenauer Ortsdurchfahrt Markierungsarbeiten. Auch ein Leser der "Freien Presse", der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen möchte, wundert sich. Für gewöhnlich werden Straßen erst saniert und danach neu markiert. "Wenn es auch nur um weiße Striche am Fahrbahnrand geht, müsste doch der den Auftrag erteilende Verantwortliche gefragt werden, ob er seine Wohnung oder sein Haus auch erst malen lässt, ehe Tapete darüber kommt." Es sei ärgerlich, wie mit Steuergeldern umgegangen wird.

Doch warum wurden die Straßenränder mit frischer Farbe versehen, obwohl im nächsten Jahr der Belag wieder entfernt wird? Klingt nach Posse. Aber das zuständige Landesamt für Straßenbau und Verkehr (Lasuv) nennt einen Grund. "Die Markierung war im Rahmen der Verkehrssicherung erforderlich", sagt Sprecherin Isabel Pfeiffer. Dadurch soll den Verkehrsteilnehmern der Straßenverlauf besser verdeutlicht werden. Auch den Vorwurf der Geldverschwendung weist Isabel Pfeiffer zurück. Im Hinblick auf die eventuell bevorstehende Fahrbahnerneuerung sei das preisgünstigste und kurzlebigste Material verwendet worden - sogenannte High-Solid-Farbe. "Für die Randlinie werden 42 Cent je laufendem Meter berechnet", sagt die Lasuv-Sprecherin.

Wann genau die Erneuerung im nächsten Jahr beginnt und wie lange die Arbeiten dauern, kann Isabel Pfeiffer noch nicht beantworten. Das Lasuv hat mit Olbernhau eine Vereinbarung abgeschlossen, wonach die Stadt die Planungen übernimmt. Und die seien pünktlich abgeschlossen, sagt Bauamtsleiter Stefan Proksch. Vergangene Woche seien die entsprechenden Unterlagen beim Landesamt eingereicht worden. Dort werden sie gegebenenfalls ergänzt und angepasst. Anschließend kann die Ausschreibung erfolgen. Allein für die Straße belaufen sich die Kosten auf voraussichtlich rund zwei Millionen Euro.

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