Gemeinde rüstet Feuerwehren für die Zukunft aus

Die Kameraden in Großrückerswalde erhalten ein brandneues Tanklöschfahrzeug. Auch für ein weiteres Großprojekt in Streckewalde hat der Gemeinderat den Weg geebnet.

Großrückerswalde.

Die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Großrückerswalde rücken zu Einsätzen mit einem waschechten Oldtimer aus. Ein gutes Fahrzeug, das aber in die Jahre gekommen ist, sagt Gemeindewehrleiter Sebastian Hilbert zum Tanklöschfahrzeug, Baujahr 1978. Doch die Tage des 41 Jahre alten TLF sind nun gezählt. Der einstimmig vom Gemeinderat beschlossene Neukauf ist nicht das einzige Projekt, mit dem die Gemeinde ihre Ortswehren für die Zukunft rüsten will. Auch der Umbau des Gerätehauses im Ortsteil Streckewalde wird vorangetrieben.

Doch zunächst erhalten die Großrückerswalder Kameraden ein werksneues Löschfahrzeug. Die Kosten belaufen sich auf fast 370.000 Euro. "Eine ganze Stange Geld. Aber es ist wichtig, dass die ehrenamtlichen Kameraden bestens ausgestattet werden", sagt CDU-Fraktionschef Stefan Pechfelder. Gemeindewehrleiter Hilbert ergänzt: "Für uns ist das neue Fahrzeug eine massive Erleichterung."

Zwar habe das alte die Kameraden nie im Stich gelassen. Jedoch treten zunehmend Probleme auf. Aufgrund des Alters sei es mittlerweile schwierig, Ersatzteile zu beschaffen. Ebenso bereitet der hohe Ölverlust Sorgen. Hilbert rechnet mit Reparaturkosten für den Motor zwischen 6000 und 7000 Euro. Zudem mangelt es im Fahrzeug an Sicherheitseinrichtungen. Gurte? Fehlanzeige. Aus diesen Gründen sei bereits 2016 das Fördervorhaben beim Landratsamt eingereicht worden.

Das neue TLF ermöglicht obendrein eine bessere Brandbekämpfung. Das bisherige Fahrzeug hat einen 2500-Liter-Wassertank und 60 Liter Schaummittel an Bord. Die Kapazität wird mit dem neuen Gefährt auf 4000 Liter Wasser und 500 Liter Schaummittel erweitert. Bis auf eine Ausnahme in Niederschmiedeberg wären mit dem neuen Feuerwehrauto auch alle Straßen im Gemeindegebiet passierbar. "Wir sind mit dem Vorführfahrzeug überall durchgekommen", erklärt Hilbert.

Derzeit müssen die Kameraden jedoch weiter auf ihren Oldtimer zurückgreifen. Der Gemeindewehrleiter rechnet mit einer Lieferzeit von einem Jahr. Noch mehr Zeit wird das nächste Großprojekt in Anspruch nehmen: der Ausbau des Gerätehauses in Streckewalde. "Von außen sieht es ganz gut aus, innen hingegen nicht. Zudem erfüllt es nicht mehr die Anforderungen der Unfallkasse", sagt Hilbert zu dem großen Investitionsbedarf.

Im Zuge eines Variantenvergleichs durch ein Ingenieurbüro haben sich die Sanierung der Sozialräume im Altbau sowie ein neuer Anbau einer Fahrzeughalle als günstigste Variante ergeben. Diese biete obendrein die Möglichkeit, mehrere Förderprogramme zu nutzen, ergänzt Bauamtsleiter Thomas Hermann.

Die entsprechenden Planungen sollen nun weiter vorangetrieben werden. Noch in diesem Jahr entsteht der Neubau der Fahrzeughalle, die dem ebenfalls neuen Depot in Kühnhaide von der Bauart her gleichen wird. 2021 folgt die Sanierung des Bestandsgebäudes. Die angrenzende Sportbaude ist von den Umbauplänen nicht betroffen.

Für den Anbau benötigt die Gemeinde zusätzlich ein angrenzendes Grundstück. Mit der Eigentümerin sei eine Einigung erzielt. Der Gemeinderat hat den Kauf von 840 Quadratmetern zum Preis von 3630 Euro einstimmig abgesegnet und damit den Weg für das Projekt geebnet. Bauamtsleiter Thomas Hermann schätzt die Gesamtkosten auf voraussichtlich fast 980.000 Euro.

Auf Anfrage von CDU-Fraktionsmitglied Thomas Fiedler, welche weiteren Investitionen für die Ortswehren in den nächsten Jahren anstehen, erläutert Hilbert, dass die Grundlage dafür der Brandschutzbedarfsplan bildet. Der soll 2020 überarbeitet und im Vorfeld mit allen Ortswehren abgestimmt werden.


Vier Ortswehren, 117 aktive Einsatzkräfte und sieben Einsatzfahrzeuge

Zum Gemeindegebiet Großrückerswalde gehören vier Ortswehren - die freiwilligen Feuerwehren Großrückerswalde, Niederschmiedeberg, Streckewalde und Mauersberg.

Im Bestand der vier Feuerwehren befinden sich sieben Einsatzfahrzeuge - ein Mehrzweckwagen, zwei Tragkraftspritzenfahrzeuge, zwei Löschgruppenfahrzeuge, ein Tanklöschfahrzeug sowie ein Gerätewagen.

Um die Brandbekämpfung kümmern sich 117 aktive Einsatzkräfte. Weiterhin zählen zu den vier Wehren 45 Personen in der Alters- und Ehrenabteilung sowie zehn passive Mitglieder.

Auf die Nachwuchsarbeit wird ebenfalls viel Wert gelegt. Die zwei Jugendfeuerwehren Großrückerswalde und Niederschmiedeberg haben 25 Mitglieder. Bei der Kinderfeuerwehr Großrückerswalde trainieren weitere 14 Jungen und Mädchen. Für die Jüngsten haben die Kameraden mit der Wichtelfeuerwehr als Gemeinschaftsprojekt mit der Kindertagesstätte ein weiteres Angebot geschaffen. Sie zählt bereits 16 Mitglieder. (Stand: 31. Dezember 2019) (rickh)

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