Gesellenstücke zeugen von Kreativität

Nachwuchs für die Holzspielzeugmacherbranche: 13 Auszubildende sind freigesprochen worden. Der Großteil bleibt der Region erhalten.

Seiffen.

"Ein sehr guter Jahrgang mit teilweise sehr guten Ergebnissen", lautet die Einschätzung von Reinhard Friedemann, Leiter der Prüfungskommission der Holzspielzeugmacher. Das berichtet Matthias Schalling, nachdem am Freitag zehn junge Frauen und drei junge Männer freigesprochen wurden, die in den vergangenen drei Jahren den Beruf des Holzspielzeugmachers erlernt hatten. Was den Vorsitzenden des Verbandes erzgebirgischer Kunsthandwerker und Spielzeughersteller besonders freut: Neun der 13 Junggesellen werden in der Region bleiben und nun in Firmen in Grünhainichen, Seiffen, Olbernhau, Riechberg sowie in Steina bei Kamenz arbeiten. Zwei weitere wollen ein Studium beginnen.

Die Mitglieder der Prüfungskommission hatten den Gesellenstücken "Vielfalt und hohe Qualität" bescheinigt, berichtet Matthias Schalling: "Sie widerspiegeln den in der Ausbildung gezeigten Leistungsstand und wirken authentisch. Fast alle sind mit guten und sehr guten Noten bewertet worden. Was ich gesehen habe, hat mir sehr gefallen. Beispielsweise die Eisenbahnlok von Maximilian Hähnel war nicht nur ein großes, sondern auch sehr sauber verarbeitetes Stück." Präsentiert wurden unter anderem auch ein Dudelsackspieler mit Irokesenfrisur, aus dessen Pfeife Räucherkerzenrauch steigt, eine als Schmuckdose gestaltete Spieldose, ein Elefant als Laufspiel, ein Baum mit Tieren sowie die beweglichen Loriot-Zeichentrick-Figuren Herr Müller-Lüdenscheidt und Dr. Klöbner in der Badewanne inklusive Ente.

"Offiziell haben die Lehrlinge eine Woche Zeit zum Anfertigen ihrer Gesellenstücke", erläutert Matthias Schalling. "Die meisten setzen jedoch auch einen Teil ihrer Freizeit dran, meistern diese Herausforderung mit großem Ehrgeiz. Mitunter werden auch mehrere Stücke gefertigt, von denen das beste dann eingereicht wird." 19 neue Lehrlinge hatten im vergangenen Jahr ihre Ausbildung in der Holzspielzeugmacher- und Drechslerschule Seiffen begonnen, darunter erstmals auch wieder fünf angehende Drechsler. "So viele wie lange nicht", hatte Frederic Günther, der Geschäftsführer des Verbandes erzgebirgischer Kunsthandwerker und Spielzeughersteller, festgestellt. Denn der Beruf hatte in den Vorjahren beim Nachwuchs offenbar an Attraktivität verloren. Nachdem in den vergangenen Jahren die Auszubildenden aus ganz Deutschland kamen, wollen jetzt wieder häufiger auch junge Menschen aus der Region den Beruf des Holzspielzeugmachers erlernen. Seit dem gestrigen Montag verzeichnet die Seiffener Schule elf neue Auszubildende. "Wir freuen uns, dass wir wieder mehr als zehn neue Lehrlinge bei uns begrüßen können", so Matthias Schalling.

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