Historische Einsatzfahrzeuge locken Hunderte Besucher an

Zum ersten Mal hat das Treffen historischer Einsatzfahrzeuge auf dem ehemaligen Brauereigelände in Olbernhau stattgefunden. Mit der Veränderung sind die Veranstalter gut gefahren. Sie erinnern sich aber gern an Großrückerswalde zurück.

Olbernhau.

Klaus-Dieter Erber und Jens Künzel haben den Umzug des Treffens historischer Einsatzfahrzeuge vom Großrückerswalder Flugplatz auf das ehemalige Brauereigelände in Olbernhau nicht bereut. Schon gegen Mittag zeichnete sich am Sonnabend eine gute Resonanz ab. Schätzungsweise 700 Besucher haben die etwa 70 Fahrzeuge in Augenschein genommen und sich darüber ausgetauscht. Dabei hatte das Organisationsteam den Umzug schon mit ein bisschen Wehmut entgegengesehen. "Wir sind in Großrückerswalde immer sehr gut aufgehoben gewesen. Der neue Veranstaltungsort schien für uns aber von der Logistik her gesehen günstiger", sagte Klaus-Dieter Erber. Außerdem liegt dieser Platz zentraler als der alte.

Mit jedem Fahrzeug verbinden sich verschiedene Geschichten. Sie haben das Leben von Menschen auf positive oder negative Weise beeinflusst. Der 1960 gebaute Garant KA 30 etwa leistete bis 1992 gute Dienste bei der Freiwilligen Feuerwehr Hopfgarten. Mittlerweile kümmert sich der Feuerwehrverein des Ortes darum, dass sein Vermächtnis lebendig bleibt. Den Verein gibt es seit 2006. Er hegt und pflegt neben dem Feuerwehrfahrzeug auch eine 1902 gebaute Handdruckspritze und weitere Feuerwehrtechnik. "Der Garant ist immer ein sehr zuverlässiges Auto gewesen, was vor allem ein Verdienst der älteren Feuerwehrgenerationen ist", sagt der Vereinsvorsitzende André Schmidt. Beim Lautaer Oldtimertreffen hatten die Vereinsmitglieder von der Veranstaltung in Olbernhau gehört und gleich ihre Teilnahme angekündigt. Mittlerweile ist das betagte Mobil nur noch auf Umzügen in der Nähe vertreten.

Noch im Einsatz ist dagegen Stanley Hänels 1987 gebauter UAZ 3151236. Noch vor Kurzem hat der Großolbersdorfer damit an einer Rundreise durch die Ukraine teilgenommen. Das ehemalige NVA-Fahrzeug ist nach zweijähriger Sanierungszeit sehr zuverlässig.

Unter den Besuchern befanden sich auch viele ehemalige Polizisten, Feuerwehrleute und Rettungskräfte. Joachim Ruß ist über 35 Jahre bei der Volkspolizei gewesen. Er schätzt Veranstaltungen wie diese. Schließlich seien diese Fahrzeuge Teil der Geschichte. "Volkspolizei und NVA sind nicht gleich Stasi gewesen. Im Gegenteil. Wir hatten viele Aufgaben, und ich wurde selbst auch bespitzelt", sagte der 80-Jährige aus Freiberg.

Was Klaus-Dieter Erber auf dem Gelände aufgebaut hatte, dürfte auch einige unangenehme Erinnerungen hervorgerufen haben. Mit dem Verkehrsradargerät SRD 77 wurden bis zur Wende Geschwindigkeitsübertretungen gemessen. Geräte wie diese seien schwer zu bekommen, sagt der Schönfelder. Das zu seinem privaten Polizeihistorischen Museum gehörige Exemplar hatte er über mehrere Kontakte aufgespürt.

Das Museum von Klaus-Dieter Erber befindet sich an der Schönfelder Straße 12 im Pfaffrodaer Ortsteil Schönfeld. Geöffnet ist es jeden dritten Samstag des Monats von 9 bis 17 Uhr. Weitere Besuchstermine können unter 037360 6146 und 0151 17249414 vereinbart werden.

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