Holzkunsthersteller entdeckt als Senior neue Leidenschaft

Werner Gläßer präsentiert ab heute zum Wildsbachfest in Oberseiffenbach rund 20 Aquarelle. Die Ausstellung der Bilder ist eine Hommage an die Gastgeber.

Oberseiffenbach.

Für Werner Gläßer ist der heutige Beginn des Wildsbachfestes auf dem Sportplatz in Oberseiffenbach ein besonderer Moment. 19 Uhr öffnet im Festzelt eine Ausstellung mit Bildern des Kunsthandwerkers aus Seiffen.

Die rund 20 Aquarelle hat Gläßer "Wildsbacher Ansichten" genannt. Es sind Anblicke von kleinen, alten, aber auch schön hergerichteten Häuschen des Ortsteiles. "Meine Frau stammt aus Wildsbach und es ist eine Hommage an die Frauen und Männer des Heimatvereines, die jedes Jahr das Fest organisieren", sagt der ehemalige Hersteller von erzgebirgischen Miniaturen.

Eine ruhige Hand und Ambitionen zum Malen habe er schon immer gehabt. Die Note eins in Zeichnen stand stets am Schuljahresende auf dem Zeugnis. Zudem habe er in seinem Beruf als Holzspielzeugmacher- und Drechslermeister ein gutes Händchen benötigt. Doch erst mit Eintritt in das Rentnerleben holte ihn die Malerei wieder ein. "Meine Tochter wusste von meinem Hobby und hat mir 2004 zum Geburtstag einen Gutschein für einen Aquarell-Malkurs in Marienberg geschenkt. "Diese Tage in der Gruppe - mit gegenseitigem Austausch und Motivieren - haben mich inspiriert und begeistert, sodass ich kurze Zeit später einen zweiten und dritten Kurs belegte", sagt der 81-Jährige.

Seither sei er von der Malerei infiziert. Vor allem alte Häuser und Landschaften haben es dem Senior angetan. Die Motive entdecke er bei Fahrten mit seiner Frau durch die Region. Werner Gläßer fotografiert mit Handy oder Kamera Häuser, die daheim als Vorlage für seine Werke dienen. "Ich schaue die Landschaften und die Häuser an, und wenn sie mich beeindrucken, male ich sie sofort zuhause", sagt Gläßer. Während seine Ehefrau Ursula vor dem Fernseher sitzt, arbeitet er manchmal sogar bis Mitternacht an seinen Werken. Das sei wie eine Sucht, sagt der Senior. Er könne nicht damit aufhören.

Doch für manche Bilder benötigt der Künstler mehr als nur einen Tag. "Ich merke eigentlich nach den ersten Pinselstrichen, ob mir ein Bild gelingt. Wenn ich nicht zufrieden bin, versuche ich es nachzubessern oder werfe es weg. Das macht zunächst schon ein wenig traurig. Doch das gibt sich schnell und oft beginne ich gleich noch einmal", erklärt der Seiffener. Es gäbe aber auch Situationen, wo er sogar noch Tage, auch Wochen nach der Fertigung eines seiner Bild sieht und an der Qualität zweifelt. Dann wird es ebenfalls noch zerrissen, ergänzt Gläßer. Seine Frau ist dabei seine schärfste Kritikerin. "Wenn sie mit ihrem Urteil herumdruckst, merke ich gleich, dass es ihr nicht gefällt", sagt der Rentner - und schmunzelt.

Mehr als 100 Bilder hat er bereits gemalt. Die schönsten hat er eingerahmt und seinen drei Kindern und vier Enkeln geschenkt. Mehr als 20 Pinsel und 24 Farben gehören zu seinen Arbeitsutensilien, die er zusammen mit dem Papier von einem Versandhaus bezieht.

Seit Langem reizt den 81-Jährigen das Zeichen von Portraits: "Ich glaube, hier wage ich mich noch einmal heran - und wenn in Marienberg ein Kurs stattfindet, besuche ich ihn."


Programmpunkte von Gesprächsrunde mit dem Bürgermeister bis zu Fackel- und Lampionumzug

Das Wildsbachfest von heute bis Samstag auf dem Sportplatz in Oberseiffenbach:

Heute:

Ab 19 Uhr: Einwohnerversammlung im Festzelt, Gesprächsrunde mit dem Bürgermeister, Ausstellung "Wildsbacher Ansichten" von Werner Gläßer im Festzelt.

Morgen:

Ab 20 Uhr Live-Musik mit "Frankys Liederkiste"; 20.30 Uhr: Fackel- und Lampionumzug mit anschließendem Lagerfeuer (witterungsabhängig).

Samstag:

14 Uhr: kleine Ortswanderung mit Helmut Dietze; ab 14.30 Uhr: Familiennachmittag mit Kaffee und hausgebackenen Kuchen, Hüpfburg, Jumbobüchsenfußball, Bastelstraße; 15.30 bis 17.30 Uhr: Livemusik mit Kathleen und Torsten aus Neuhausen; ab 20 Uhr: Livemusik mit den "VHS-Klampfern" aus Olbernhau. Eintritt zu allen Veranstaltungen frei.

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