Imkerei vereint Honiggewinnung und Naturpflege

Wie die Süßigkeit entsteht, konnten Besucher im Pferdegöpel Lauta mitverfolgen. Sie erfuhren aber auch, was jeder selbst zum Erhalt der Art tun kann.

Lauta.

Wer sich für das Imkerhandwerk interessiert, für den dürfte am gestrigen Sonntag das Gelände des Pferdegöpels in Lauta eine gute Adresse gewesen sein. Am Tag der deutschen Imkerei hatte der Imkerverein Saidenbach - Pockau und Umgebung dorthin eingeladen. Ihm gehören 50 Mitglieder an, die 280 Bienenvölker bewirtschaften.

"Zunächst wollen wir natürlich die Imkerei als Hobby vorstellen", sagte Vereinsmitglied Steffen Meier. Dafür hatten die Imker unter anderem verschiedene Beuten - so werden die Bienenbehausungen bezeichnet - zur Schau aufgestellt. Regelmäßig konnten Besucher zudem verfolgen, wie Honig geerntet wird.


Imkerin Christina Haas zeigte, wie die Waben entdeckelt und anschließend in einer Honigschleuder ausgeschleudert werden. Ein Prozess, der Besucherin Anja Palarus faszinierte. "Unglaublich, wie viele Arbeitsgänge nötig sind, bevor ein Glas Honig auf dem Tisch steht", sagte die Pockauerin, der Bienen am Herzen liegen und die viel Freude an ihnen hat.

Weil sie sich mit dem Gedanken trägt, selbst Imkerin zu werden, besuchte Edith Sühnel aus Burkhardtsdorf die Veranstaltung in Lauta. "Es ist ein Kindheitstraum, Imker zu sein. Hier will ich sehen, ob ich alle Anforderungen auch umsetzen kann. Mein Schwerpunkt bei der Imkerei liegt allerdings nicht beim Honig, sondern bei der Naturpflege", meinte Edith Sühnel. Ein Gedanke, den Steffen Meier nur unterstreichen kann. "Honig ist für den Imker zweifelsfrei wichtig, für die Bedeutung der Biene aber eher Nebensache. Wichtig sind Bienen in erster Linie für die Bestäubung von Pflanzen. Honig lässt sich importieren, die Bestäubungsleistung nicht", erklärte der Reitzenhainer. Da es vielen Bienenarten durch Menschenhand aber an Nahrung und geeigneten Lebensräumen fehlt, ist wiederum der Mensch durch sein Tun und Handeln gefragt. "Das kann jeder, dazu muss man kein Imker sein. Wer bewusst auf eine bienenfreundliche Gestaltung des Gartens, der Terrasse oder des Balkons achtet und keine chemischen Pflanzenschutzmittel verwendet, hilft schon", sagte Steffen Meier.

Froh ist er darüber, dass die anzeigepflichtige Bienenkrankheit Amerikanische Faulbrut im Erzgebirge derzeit kein Problem darstelle. Die Pilzerkrankung ist kürzlich in Hainichen (Mittelsachsen) wieder ausgebrochen. Eine weitere Bedrohung für die Honigbiene - die allgegenwärtige Varroa-Milbe - sei inzwischen ganz gut zu beherrschen, fügte der Imker hinzu.

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