Jubelpaar hat vor 70 Jahren Ja gesagt

Johanne und Walter Pleger aus Pobershau haben sich einst im Steigerwald kennengelernt. Hochzeit gefeiert wurde in Pobershau im geborgten Anzug und mit einem Kunstblumenstrauß.

Pobershau.

Johanne und Walter Pleger feiern am Dienstag einen ganz besonderen Hochzeitstag: Das Pobershauer Ehepaar hat am 26. März vor 70 Jahren geheiratet, die beiden begehen somit ihre Gnadenhochzeit. "Wir empfinden dieses Jubiläum wirklich als Gnade und sind unendlich dankbar, dass wir diesen Tag gemeinsam erleben können", sagt Walter Pleger.

Gratulanten werden natürlich schon am Dienstag kommen, auch wenn die große Feier erst am Samstag stattfindet. Johanne und Walter Pleger werden dann in der Kirche des Ortes anlässlich ihres Ehejubiläums von Pfarrer Burkhard Wagner eingesegnet. "Vor kurzem war der Pfarrer schon bei uns und hat uns befragt. Nicht nur für uns ist es die erste Gnadenhochzeit, auch für ihn", sagt Johanne Pleger und lacht.

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"Wir haben immer zusammen gehalten", sagt die 91-Jährige, nach ihrem Geheimnis für ein langes Eheleben gefragt. "Zu zweit erträgt sich alles leichter", sagt ihr Ehemann Walter, mit seinen 90 Jahren der Jungspund der beiden.

Kennengelernt haben sie sich in einem Dorf im Steigerwald. Walter Pleger, der 1944 noch als 16-Jähriger in den Krieg ziehen musste, war erst bei den Amerikanern in Kriegsgefangenschaft und arbeitete auf einem Gut, Johanne war dort als Kindermädchen beschäftigt.

Walter Pleger ist gelernter Maschinenschlosser und stammt aus Hinterpommern, seine spätere Ehefrau Johanne aus Pobershau. 1949 dann, Sohn Dietmar war unterwegs, zogen die beiden ins Elternhaus Johannes nach Pobershau, am 26. März 1949 gaben sie sich in Pobershau das Jawort. "Ich trug einen geborgten Anzug", erinnert sich Walter Pleger, "und ich hatte einen Brautstrauß aus Kunstblumen und Weidenkätzchen", sagt Johanne Pleger. Bis heute leben beide im Elternhaus Johanne Plegers. Sie kommen beide mit dem Haushalt zurecht, bekommen aber Unterstützung "durch ganz liebe Bekannte, die uns helfen".

Walter Pleger arbeitete viele Jahre unter Tage bei der Wismut, hörte wegen einer Silikose auf, arbeitete dann als Maschinenschlosser und Meister bei MZ in Zschopau und bei Vero in Pobershau, Johanne Pleger fertigte in Heimarbeit Handschuhe und Mützen und war bei Vero in Pobershau in der Kantine beschäftigt.

Beide hatten gute und schlechte Zeiten zu überstehen. "Wir möchten aber nichts missen", sagen beide, die mittlerweile auch schon Ur-Ur-Großeltern sind.

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