Jugendlichen genötigt: Geldstrafe für Mittäter

Amtsgericht ahndet Auseinandersetzung als Freiheitsberaubung

Marienberg/Annaberg-Buchholz.

Wie schnell eine Pöbelei zwischen zwei Menschengruppen ausufern und anschließend sogar vor Gericht landen kann, hat ein 43-jähriger Erzgebirger zu spüren bekommen. Er und ein weiterer Angeklagter mussten sich vor dem Amtsgericht Marienberg wegen Freiheitsberaubung verantworten.

Aneinandergeraten waren im Mai vergangenen Jahres zwei Männer und fünf Jugendliche. Die zwei, die vor einer Annaberger Imbissgaststätte Bier tranken, fühlten sich von den 14- bis 16-Jährigen gestört, die mit Rollern an ihnen vorbei fuhren. Die Aufforderung der Erwachsenen, sich leiser zu verhalten, begleitet mit einem Bierflaschenwurf in Richtung der Jugendlichen, wurde mit einer abfälligen Bemerkung beantwortet.

Daraufhin stellten die beiden Angeklagten der Gruppe nach, bei der Flucht der Jugendlichen wurde ein 16-Jähriger von den beiden ergriffen und mit verbaler sowie leichter körperlicher Gewalt gezwungen, den Männern zu folgen und sich auf einen Baumstamm zu setzen. Dort sollte er warten, bis die anderen Jugendlichen sich entschuldigt haben. Diese verständigten jedoch die Polizei, die nach rund einer Viertelstunde die Situation klärte.

Der 43-jährige Angeklagte, wegen Trunkenheit und Körperverletzung schon vorbestraft, zeigte sich zur Verhandlung geständig und entschuldigte sich bei den Jugendlichen. Freiheitsberaubung, urteilte Richter Toralf Kliemt, berücksichtigte jedoch aufgrund der Zeugenaussagen, dass der Mann bei der Tat nur eine untergeordnete Rolle spielte. Er wurde zu einer Geldstrafe von 1800 Euro verurteilt.

Der zweite Angeklagte hingegen war zur Verhandlung am Amtsgericht Marienberg nicht erschienen. Da er auch von der Polizei nicht vorgeführt werden konnte, erging ein Haftbefehl. Gegen ihn wird gesondert verhandelt.

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