Junger Bernsbacher bietet Einkaufsservice für ältere Leute

Die unterrichtsfreie Zeit will ein 18-Jähriger nutzen, um Erzgebirgern in Not zu helfen. Auf seinen ersten Einsatz wartet er allerdings noch.

Lauter-Bernsbach.

Marvin Süß hat es selbst im Supermarkt beobachtet: "Alte Leute, die einkaufen wollten und von den anderen fast umgerannt wurden." Deshalb hat sich der 18-jährige Gymnasiast aus Bernsbach überlegt, auf Facebook anzubieten, für Senioren einkaufen zu gehen. Dafür bekam er viel Anerkennung, allerdings hat sich noch kein "Kunde" gemeldet. Der Schüler dachte nach und kam zu dem Schluss, dass vielleicht doch nicht so viele aus seiner Ziel-Generation auf Facebook unterwegs sind. Mit einem Beitrag in der Zeitung klappt es vielleicht besser - hofft er.

"Man kann mir am Telefon die Einkaufsliste durchgeben, ich würde dann die Sachen an der Tür abstellen oder übergeben", erklärt er, wie er sich das vorstellt. Für die Einkäufe kann er das Auto seiner Mutter nutzen. "Sie geht zwar arbeiten, aber wenn ich es brauche, fahre ich sie zur Arbeit und darf das Auto dann nehmen", sagt er. Das sei sein Vorteil, und so würde er seinen Service nicht nur für seinen Heimatort, sondern auch für Schwarzenberg und Beierfeld anbieten.

Der junge Mann weiß sehr wohl um die "unsichtbare Gefahr", die von Corona ausgeht. "Ich selbst fühle mich kerngesund, treibe viel Sport, und ich werde die bekannten Regeln einhalten", so der 18-Jährige. "Auf dem Land" sein Hilfsangebot umzusetzen, sei nicht einfach, glaubt er, weil die Leute nicht so offen seien wie in einer großen Stadt. Weil er aber trotzdem der Überzeugung ist, dass es Menschen gibt, die die Hilfe nötig haben, und er außerdem helfen will, die Infektionsketten zu unterbrechen und gerade die Leute über 65 als Risikogruppe zu schützen, hat er sich zu seinem Angebot entschlossen.

"Ich bin ja zu Hause, habe freie Zeit, wenn meine Aufgaben für die Schule erledigt sind", nennt er einen weiteren Grund. Derzeit bereitet er sich auf sein Abitur vor. Schon jetzt weiß er, dass die Vorbereitungswoche an seinem Gymnasium in Schwarzenberg ausfällt. Auch bei seinem Minijob bei McDonald's und im Kegeltraining des SV Saxonia Bernsbach muss er eine Zwangspause einlegen, genauso wie in seinem Bewerbungsverfahren für die Polizistenlaufbahn. Sein dritter und letzter Test, der medizinische, wurde abgesagt. "Ich hänge ein bisschen in der Warteschleife", sagt Marvin Süß.

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