Kirchner verabschiedet sich mit einem Geschenk

Jürgen Wagner hatte fast 20 Jahre sein Amt in Zöblitz inne. Den Schritt in diesen Beruf hat er nie bereut.

Zöblitz.

Wohl alle Kirchen der Region sind in den zurückliegenden Tagen für das Weihnachtsfest geschmückt worden. Oftmals haben dies die Kirchner der jeweiligen Gemeinden übernommen. So auch in Zöblitz. Dort baute Jürgen Wagner zum Abschluss der Vorbereitungen die Weihnachtskrippe auf. Zum letzten Mal, zumindest für ihn als Kirchner. Denn nach fast 20 Jahren im hauptamtlichem Dienst wird der 70-jährige morgen während des Gottesdienstes zum 1. Advent in den Ruhestand verabschiedet.

"Eigentlich wollte ich schon lange aufhören, aber es gab immer wieder Dinge, die ich noch zu Ende bringen wollte", sagt Jürgen Wagner und meint damit nicht etwa Tätigkeiten wie die Vorbereitung der Kirche für Gottesdienste oder ähnliches. "Es gab Baumaßnahmen oder auch Feste zu Jubiläen, die ich noch abschließen wollte", sagt er fast schon entschuldigend.

Als er mit seiner Tätigkeit begann, war Jürgen Wagner, der nach der Schule eine Ausbildung zum Maurer absolviert und lange Jahre in diesem Beruf gearbeitet hat, das Aufgabengebiet des Kirchners bekannt. "Ich bin mit und in der Kirche aufgewachsen und daher mit den Gepflogenheiten vertraut; mein Vater war Mitglied im Kirchenvorstand und im Posaunenchor," so Jürgen Wagner, der sich Ende der 1990er-Jahre aus gesundheitlichen Gründen nach einer Alternative für seinen Bauberuf umsehen musste. Eine Schreibtischtätigkeit schloss er aber kategorisch aus. "Den damaligen Zöblitzer Kirchner hatte ich schon eine ganze Zeit lang ehrenamtlich unterstützt, als ich mich 1999 auf die dann freie Stelle bewarb und angenommen wurde", so Jürgen Wagner, der diesen Schritt nie bereut hat. "Es gab immer viel zu tun. Dazu kamen Bauprojekte wie etwa die Sanierung der Silbermannorgel. Besonders dankbar bin ich aber für die vielen Gemeindeglieder, mit denen ich zusammenarbeiten durfte und die stets zu Hilfe und Unterstützung bereit waren", so Jürgen Wagner, der seine Nachfolgerin im nun zu Ende gehenden Jahr schon eingearbeitet hat und daher beruhigt kürzer treten kann.

Erhalten bleibt er der Kirchgemeinde Zöblitz aber, unter anderem als Mitglied im Förderverein der Stadtkirche. Zu seiner Verabschiedung dürften viele Worte der Anerkennung und des Dankes gesprochen werden, auch das eine oder andere Präsent wird wohl übergeben. Aber auch Jürgen Wagner will der Gemeinde etwas schenken. "Unsere geschnitzte Krippe ist noch relativ jung, erst ab 2004 entstanden. Es fehlte bisher noch ein Verkündigungsengel. Diesen habe ich schnitzen lassen und möchte, dass er fortan die Zöblitzer Weihnachtskrippe vervollständigt", sagt Jürgen Wagner.

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