Knapp 1500 Fahrradfahrer bei Olbernhauer Radtour dabei

Die Strecken bieten für viele Leistungsklassen etwas an. Allerdings sollten die Teilnehmer vorher schon trainiert haben, meint ein Radler: Sonst arte es in Quälerei aus.

Olbernhau.

Es ist fast ein Rundum-sorglos-Paket, das die Mitglieder des Vereins Olbernhauer Radtour jedes Jahr aufs Neue schnüren. Am gestrigen Sonntag öffneten genau 1484 Radfahrer dieses Paket, das einen willkommenen Haken hat: Die Radler müssen selbst in die Pedale treten, wollen sie die Anstiege meistern. Viele vertrauen mittlerweile auf elektrische Unterstützung, aber ein wenig müssen sie die Beinmuskeln dann schon beanspruchen.

"Komm, fahr wieder mit", so lautete die Einladung zur 26. Olbernhauer Radtour. Der Gessingplatz war wieder Start- und Zielort, dazwischen lagen Strecken mit einer Tourenlänge von 26 Kilometern (Familienstrecke), 50 Kilometern (Fitness), 84 Kilometern (Fitness-Plus) und 133 Kilometern (Ausdauer).


Gunther Rüger gehörte zu den Radfahrbegeisterten, die auf der Ausdauer-Strecke unterwegs waren. "Ich war schon mehrmals dabei und fahre jedes Mal den langen Kanten", so der Borstendorfer. Trainingsstrecken sind für ihn beispielsweise eine Tour über Fichtelberg und Keilberg und wieder nach Hause oder der Besuch der Festbierwoche in Kulmbach. Natürlich alles per Rad.

Etwas gemütlicher gingen es die 530 Radler an, die auf der Familienstrecke unterwegs waren. Anja Melzer und Ehemann Silvio nahmen auch die 26 Kilometer unter die Reifen. Beide mussten dabei über ihren Schatten springen, die Ehefrau, weil sie sonst größere Strecken fährt und der Ehemann, da er zum ersten Mal überhaupt die Olbernhauer Radtour in Angriff nahm. Fazit der Großolbersdorfer: "Wir sind 2020 wieder dabei, aber dann auf der 50-Kilometer-Strecke."

"Die Fitness-Strecke ist genau mein Ding", sagte Daniela aus Göttingen, die zum dritten Mal die Olbernhauer Radtour meisterte. "Die Tour ist bestens organisiert, die Strecken sind gut ausgesucht und ausgeschildert, es macht immer richtig Spaß", zollte die junge Frau den Organisatoren ein großes Lob. Auch viele Olbernhauer gingen auf die Tour vor ihrer Nase, wie Tina und Stefan Philipp: "Die Familientour war im vergangenen Jahr härter, da schob sich alles an einem Anstieg zusammen. Heute war alles chic." Nur Gutes hatte Rudi Weidling über die Olbernhauer Radtour gehört, am Sonntag wollte er nachprüfen, ob die Lobeshymnen zu Recht gesungen wurden. "Es hat alles gestimmt, die Fitnessstrecke war wunderbar. Etwas trainieren sollte man aber schon, sonst artet es in Quälerei aus."


Der Sanitäter

Christian Liebscher: Zum ersten Mal war der Marienberger bei der Radtour vor Ort. "Ich bin Ortsbereitschaftsleiter des DRK Marienberg und habe die Familienstrecke mit einem Rettungswagen begleitet", so der 34-Jährige. Da ist seinen Worten zufolge gar nichts passiert. Von einem Kollegen erfuhr er, dass es bei einem kleinen Unfall auf der Fitnessstrecke eine Schürfwunde gab und sich ein Teilnehmer etwas überanstrengt habe. "Er konnte bald wieder fahren, ich habe ihn vorhin im Ziel gesehen. Es geht ihm wieder gut." In den vergangenen Jahren sei wenig passiert. "Man kann davon ausgehen, dass sich die Radfahrer gut vorbereiten und sich den Wetterbedingungen anpassen." (dit)


Der Versorger

Stefan Börner: Zum 19. Mal war der Olbernhauer bei der Radtour dabei. "Ich bin für die Essenversorgung bei der Rast verantwortlich", sagte der 67-jährige. Ab 8 Uhr sind der ehemalige Berufsschullehrer und zwölf Frauen der SG Blumenau am Sportplatz Sayda vor Ort und bereiten alles vor: "Das sind etwa 2000 Bananen, 1000 Doppelsemmeln, 1200 Knacker, 1500 Äpfel, 800 Käse, dazu kommen 3200 Getränke in Halbliterflaschen. Für die kleine Rast auf der Ausdauerstrecke haben wir 800 Getränke, 300 Müsliriegel und 200 Waffeln zurecht gemacht. Das klappt alles, es ist, als ob Räder eines Uhrwerks ineinander greifen. Und auch die 80 Helfer der Feuerwehr müssen verpflegt werden." (dit)


Die E-Bikerin

Andrea Pflugbeil: "Ich bin schon oft mitgefahren und immer die Familienstrecke. Heute sind mein Mann Hans und ich auch mit dem Fahrrad zum Start gekommen", erzählte die Deutschneudorferin. Das macht 13 Kilometer nach Olbernhau und ebenso viele nach Hause plus die 26 Kilometer der Familienstrecke. "52 Kilometer sind doch gar nicht so schlecht", sagte die 61-Jährige. Mit ihrem Mann ist sie zwei- bis dreimal pro Woche mit dem E-Bike unterwegs, sie schaltet nur am Berg den Antrieb zu. "2018 war die Strecke ungünstig gewählt, da ging es gleich nach dem Start einmal steil bergauf. Heute war alles top", sagte Andrea Pflugbeil, die mit ihrer Startnummer Glück hatte: Sie gewann einen Wanderrucksack. (dit)

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