Krankenstand offenbar durch Böhmischen Nebel erhöht

Leiter der Olbernhauer Oberschule schreibt der Stadt einen Brandbrief

Olbernhau.

114 Krankmeldungen hat Uwe Klaffenbach, Leiter der Oberschule Olbernhau, in dieser Woche verzeichnet. Er geht davon aus, dass der Böhmische Nebel die Ursache ist. Ein großer Teil der insgesamt 520 Schüler klagt seinen Worten zufolge etwa über Kopfschmerzen und Übelkeit. Sie haben Symptome, die viele Menschen aufweisen, wenn Luft aus dem Böhmischen Becken in die Region drängt. Sie trägt offenbar Abgase aus Industrieanlagen mit sich.

In einem Brief wandte sich Uwe Klaffenbach an die Stadtverwaltung. Darin äußert er seinen Unmut. In den vergangenen Jahrzehnten hätten drei Bundesumweltminister das Erzgebirge besucht, unter ihnen die heutige Bundeskanzlerin Angela Merkel. Eine Lösung gebe es nach wie vor nicht. Bürgermeister Heinz-Peter Haustein (FDP) sagte zu, das Schreiben an die Umweltbehörden weiterzuleiten.

Auch in anderen Olbernhauer Schulen gibt es Krankschreibungen, wenngleich weniger. Am Gymnasium sei der Krankenstand etwas erhöht, teilte die Schulleitung mit, ohne dies explizit auf den Böhmischen Nebel zurückzuführen. An der Goethe-Grundschule liegen laut Schulleiter Rico Büschel die Krankmeldungen im normalen Bereich.

Hartmut Tanneberger, Sprecher der Bürgerinitiative "Für saubere Luft in unserem Erzgebirge" erklärte, dass derzeit kein außerordentlicher Böhmischer Nebel anliege. Es könne jedoch sein, dass stundenweise die Substanzen in die Region gelangen. Laut Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie waren im Hinblick auf die Messstation auf dem Schwartenberg zuletzt Werte leicht erhöht. Grenzwerte wurden nicht überschritten. Die Station ist umstritten. Kritiker bemängeln, dass sie zu hoch gelegen ist und Schadstoffe im Tal nicht erfasst.

Bewertung des Artikels: Ø 1 Sterne bei 1 Bewertung
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...